Interview mit Robert Hoffmann, 1&1 Internet AG

Schrittweiser De-Mail-Einstieg

Interview mit Robert Hoffmann, Vorstand bei der 1&1 Internet AG, über eine mittelstandstaugliche Nutzung von De-Mail-Angeboten und die Möglichkeit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Robert Hoffmann, Vorstand bei der 1&1 Internet AG

ITM: Herr Hoffmann, welche konkreten Einsatzszenarien von De-Mail sind im Mittelstand denkbar?
Robert Hoffmann:
Es handelt sich um eine rechtssichere Form der E-Mail, die den Brief und das Einschreiben ersetzen kann. Entsprechend vielfältig ist das Einsatzfeld: Viele Aussendungen wie Gehaltsabrechnungen, Angebote und Mahnungen durften bisher nicht online verschickt werden oder man hatte das Problem, dass die Zustellung nicht rechtssicher nachgewiesen werden kann. Dies ändert sich mit De-Mail. Hinzu kommen aufgrund des E-Government-Gesetzes in naher Zukunft eine Reihe von behördlichen Vorgängen, die sich über den Standard abwickeln lassen.

ITM: Was lohnt sich für Mittelständler am meisten?
Hoffmann:
Die Aussicht auf Digitalisierung der Kommunikation und die damit verbundenen finanziellen Einsparungen. Die meisten Pakete bieten Freikontingente, mit denen Unternehmen den normalen Porto-Aufwand bereits gedeckt haben. Danach fallen 33 Cent netto pro De-Mail an, was ca. 67 Cent unter den Vollkosten für einen Brief liegt. Großes Potential liegt zudem in der digitalen Speicherung und Verarbeitung, durch die die gesamte Kommunikation automatisch archiviert ist.

ITM: Wie teuer ist Ihr De-Mail-Service im Monat?
Hoffmann:
Unser Tarif „1&1 De-Mail Plus“ ist für 9,99 Euro pro Monat erhältlich. Im Preis inklusive sind u.a. ein Freikontingent von 100 kostenlosen De-Mails pro Monat sowie die individuelle De-Mail-Domain. Hinzu kommen Leistungen wie die Veröffentlichung der Adresse im öffentlichen Verzeichnisdienst, ein integriertes Adressbuch sowie Speicherplatz zur Ablage von gesendeten oder empfangenen De-Mails.

ITM: Wie gestalten sich Kündigungsfristen?
Hoffmann:
Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate bei einer Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr. Hier ist zu bedenken, dass die Domain dann nach einer Schutzfrist für andere Nutzer freigegeben wird.

ITM: Was passiert nach einer Kündigung des Accounts mit den vorhandenen Daten?
Hoffmann:
Nutzer, die gekündigt haben, können nach Ablauf ihres Vertrags noch für drei Monate auf die gespeicherten De-Mails zugreifen. Die vorhandenen Daten verbleiben während dieses Zeitraums in der hochsicheren, nach IT-Grundschutz zertifizierten Infrastruktur des De-Mail-Rechenzentrums und können vom Nutzer heruntergeladen werden. Ist die Übergangsfrist verstrichen, müssen wir sämtliche Informationen auf unseren Servern löschen.

ITM: Stichwort Sicherheit: Die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. bezeichnet die De-Mail als „offenes Scheunentor“. Grund dafür sei das „fundamental unsichere Verschlüsselungskonzept“. Was entgegnen Sie auf solche Kritik?
Hoffmann:
Bei dieser Frage gibt es nach wie vor Missverständnisse. Erstens: De-Mails sind mit einer durchgehenden Transportverschlüsselung vor fremdem Zugriff geschützt. Zweitens: Jeder Nutzer kann auf Wunsch seine per De-Mail verschickten Inhalte jederzeit Ende-zu-Ende verschlüsseln. Die Verschlüsselung ist ein Eckpfeiler für die Sicherheit des Verfahrens. Standardmäßig müssen die Mails aber zudem auf Viren, Trojaner und andere Schadsoftware überprüft werden, damit das System die erforderliche Sicherheit bietet. Dies ist nur möglich, wenn die De-Mails hierfür im zertifizierten Rechenzentrum für den Virenscan entschlüsselt werden.

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