IT-Infrastruktur aus der Cloud

Server im Mittelstand

Im Interview berichtet David Schmidt, Server PM bei Wortmann, über die Vorteile eines eigenen Servicebetriebs sowie der Nutzung von IT-Infrastrukturen aus der Cloud

David Schmidt, Server PM bei Wortmann

ITM: Herr Schmidt, wie hoch ist derzeit die Nachfrage mittelständischer Unternehmen nach Servern?
David Schmidt:
Die Nachfrage nach professionellen Serversystemen ist im Mittelstand weiterhin hoch, auch im Hinblick auf das nahende Supportende vom Windows Server 2003 am 14. Juli diesen Jahres. Das Supportende kurbelt die Nachfrage zusätzlich an.

ITM: Welche Merkmale prädestinieren einen Server für den Einsatz im Mittelstand?
Schmidt:
Mittelständler haben mittlerweile ähnliche Ansprüche wie große Unternehmen, hohe Verfügbarkeit, Redundanzen, performante Speichersysteme etc. werden auch vom Mittelstand gefordert. Im Zuge der Globalisierung und weltweiten Vernetzung arbeiten auch Mittelständler mit Unternehmen in anderen Zeitregionen zusammen und müssen daher auch ihre IT Systeme ständig verfügbar halten.

ITM: Wie treffen IT-Verantwortliche die richtige Wahl?
Schmidt:
Die richtige Wahl kann nur anhand der gesteckten Ziele getroffen werden. Die oben angesprochenen Ansprüche und eventuelle Reserven für Wachstum etc. geben den Weg vor.

ITM: Inwieweit spielt die Serverlast eine Rolle als Auswahlkriterium?
Schmidt:
Die Serverlast spielt eine sehr große Rolle, immerhin hängt davon die Dimensionierung der Prozessoren, des Speichers, des Festplattensubsystems, also die gesamte Ausstattung des Servers ab. Anhand der Serverlast und des Einsatzzwecks entscheidet sich, ob z.B. ein kostengünstiger Single-Sockel-Server, ein Dual-Sockel oder sogar ein Multi-Sockel-Server angeschafft werden sollte.

ITM: Welche Vorteile haben kleine und mittelständische Unternehmen von einem eigenen Serverbetrieb?

Schmidt: Heutzutage stellt sich die Frage ob ein lokaler Serverbetrieb sinnvoll ist oder ob die benötigten Dienste auch aus der Cloud als gehostete Lösung oder sogar als SaaS bezogen werden könnten. Die aktuell eingesetzten Softwareprodukte wie ERP-Systeme oder auch spezielle Branchensoftware sowie geringe Bandbreiten bei der Internetanbindung und ein eventuell notwendiger Datenschutz sind hier Gründe die für eine eigene Server IT-Infrastruktur sprechen. Viele nutzen, auch wenn sie eigene Serversysteme verwenden, Dienste aus der Cloud und sind somit schon hybrid. Vorteile einer IT aus der Cloud wie mit der Terra Cloud sind, das es keine initialen Kosten gibt, eine weitaus höhere Sicherheit im Rechenzentrum gegeben ist als man sie lokal bereitstellen könnte und das man nur das bezahlt was man auch nutzt.

ITM: Was passiert, wenn der Server ausfällt? Welche Sicherheitsvorkehrungen können getroffen werden?
Schmidt:
Hier gibt es verschiedenste Ansätze, abhängig vom Budget und von der tolerierbaren Ausfallzeit. Einzelserver können mit einem entsprechenden Servicepaket mit verschiedenen Reaktionszeiten versehen werden, oder es wird ein Ersatzgerät vorgehalten um den defekten Server schnellstmöglich zu ersetzen. Unternehmen mit höheren Ansprüchen an die Verfügbarkeit setzen auf Serverspiegelungen, sei es eine reine Spiegelung zweier Server, z.B. eine Hyper-V Replika, bei der im Notfall virtuelle Maschinen innerhalb weniger Minuten im laufenden Betrieb an einen anderen Standort übertragen werden können, oder ein Failover Cluster mit gemeinsamem Speichersubsystem und automatischer Verschiebung der virtuellen Maschinen. Solche Lösungen sind einfach skalierbar und wachsen mit den steigenden Ansprüchen an Performance, Speicherplatz und Verfügbarkeit.

ITM: Wann sollte ein Mittelständler besser auf Standardsysteme z.B. auf Windows- oder Linux-Basis zurückgreifen, wann sind spezialisierte Serverplattformen sinnvoll?
Schmidt:
Spezialisierte Serverplattformen machen Sinn, wenn bestimmte Dienste auf einer dedizierten Hardware laufen müssen, z.B. Firewalls, die E-Mail Archivierung oder sonstige spezielle, kundenspezifische Anwendungen. Für Standardanwendungen sollte auch auf Standardhardware gesetzt werden.

ITM: Wird der Serverschrank auf Dauer durch Cloud Computing ersetzt werden?
Schmidt:
Cloud Computing ist auch im deutschen Mittelstand immer mehr Thema, hier geht es aber vorrangig um Auslagerung einzelner Dienste, z.B. E-Mail, Kalender, Firewall-Funktionen, externe Backup-Lösungen oder auch die Vernetzung verschiedener Standorte. Im klassischen Mittelstand wird der Serverschrank sicherlich nicht zu 100 Prozent ersetzt werden, aber die oben erwähnten Dienste werden sicherlich vermehrt ausgelagert werden. Junge, technikaffine Unternehmen, Start-ups, die im schnelllebigen Projektgeschäft unterwegs sind, sind typische Kunden für Cloud Computing. Rechen- und Speicherkapazitäten können innerhalb kürzester Zeit gebucht und wieder abbestellt werden, einfach nach Bedarf ohne große Investition in eigene Hardware. 

ITM: Welche Auswirkungen hat das Support-Ende für Microsoft Windows Server 2003 auf mittelständische Anwender?
Schmidt:
Bei Unternehmen, die heute noch Server 2003 einsetzen, wird es nicht reichen, nur das Serverbetriebssystem zu aktualisieren, durch gestiegene Ansprüche muss auch die Hardware aktualisiert werden. Der Umstieg auf eine aktuelle IT-Infrastruktur ermöglicht erst viele moderne Anwendungen oder mobiles Arbeiten mit Smartphones oder Tablets. Der Weg zur Aktualisierung sollte über die Katalogisierung der vorhandenen Anwendungen, der Kategorisierung dieser und der Zielsetzung erfolgen. Spezielle Anwendungen, die noch nicht für aktuelle Betriebssysteme verfügbar sind, sollten auf Virtualisierungsfähigkeit geprüft werden.

ITM: Welche Servertypen eignen sich für Virtualisierungszwecke?
Schmidt:
Wir empfehlen für Virtualisierungszwecke unsere Server der 7000er und 8000er Serie. Diese Systeme bestechen in punkto Performance, Speicherausbau, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit. Desweiteren sind diese Systeme für diverse Virtualisierungsplattformen zertifiziert und kompatibel. Die Serversysteme können modellabhängig mit bis zu vier Prozessoren und bis zu 3TB RAM bestückt werden.

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