04.05.2017 Telekom realisiert IP-Migration

So stellt Baby One auf IP um

Von: Ina Schlücker

Bis Ende 2018 will die Telekom hierzulande bei Privat- und Geschäftskunden die IP-Kommunikation ans Laufen bringen. Wie dies in der Praxis funktionieren kann, zeigt die IP-Migration beim mittelständischen Fachhändler Baby One.

Baby One stellt auf IP um

Bis Ende 2017 werden alle Fachmärkte von Baby One auf IP umgestellt.

fIm Rahmen einer Presseveranstaltung gab die Telekom vergangenen April einen Einblick in ihr laufendes Projekt der deutschlandweiten IP-Umstellung bei Privat- und Geschäftskunden. Laut Anbieter sind bereits 14 Millionen Anschlüsse von Privat- und Geschäftskunden in Deutschland auf IP umgestellt. Pro Woche kommen über 80.000 neue Anschlüsse hinzu. Realisiert wird die IP-Migration beispielsweise gerade bei dem Fachhändler Baby One mit Hauptsitz in Münster.

Seit 25 Jahren finden Familien hier vom Spielzeug bis hin zum Kinderwagen alles für ihren Nachwuchs. Dabei kümmern sich über 1.000 Mitarbeiter um die rund 3,4 Millionen Kunden pro Jahr. 28 Franchise-Nehmer betreiben die 94 Fachmärkte des mittelständischen Familienbetriebs. Um die Lizenzhändler zu unterstützen, sind einige Abteilungen wie Marketing, Einkauf und IT in Münster zentralisiert.

Bandbreite wird zum Flaschenhals

Bislang kämpften einzelne Filialen mit einer niedrigen Internetgeschwindigkeit. Aufgrund der unterschiedlichen Bandbreiten an den verschiedenen Standorten wurde der (Kassen-)Datenaustausch untereinander bzw. mit der Zentrale zum Flaschenhals. Von daher wollte sich das Handelsunternehmen mit einer einheitlichen, leistungsfähigen Infrastruktur für die Zukunft rüsten.

Im Vorfeld des Projekts gab es folgende Überlegungen: Eine Möglichkeit bestand in der Weiternutzung bestehender Altgeräte und allein in der Anschaffung neuer Router, mit denen man die IP-Umstellung realisieren kann. Eine zweite Option sah die komplette Modernisierung der Kommunikationsstrukturen vor – inklusive neuer Router und Telefonanlagen. Die Verantwortlichen in Münster entschieden sich schließlich für eine Mischung aus beidem.

Im aktuell noch laufenden Projekt sollen bis Ende 2017 alle Fachmärkte auf IP umgestellt werden. Einige Märkte erhalten nur einen IP-Router und die Telekom-Lösung „IP Voice/Data“, sodass sie ihre alten Geräte weiter benutzen können. Alternativ modernisieren manche Fachmärkte ihre Kommunikationsstrukturen mit neuer Telefonanlage, Router und Anschluss. Die Telekom verwendet dafür den durchwahlfähigen SIP-Trunk, der Anlagenanschlüsse IP-fähig macht. Auf diese Weise behalten die Märkte ihre Rufnummern, bekommen eine feste IP-Adresse und nutzen Flatrates für Internet und Telefonie.

Nur noch 75 IP-Anschlüsse

Stand heute profitiert der Mittelständler bereits in mehrfacher Hinsicht von der IP-Umstellung: So konnten im Unternehmen die Zahl der Anschlüsse von 200 auf 75 und auch die Betriebskosten reduziert werden. Zudem bemerken die Fachmärkte eine deutliche Bandbreitensteigerung, da sich je nach Standort die Internetgeschwindigkeit von sechs auf 100 MBit/s erhöht haben soll. Laut Anbieter erreichen Bestellungen und Kassendaten nun in kurzer Zeit die Zentrale.

Desweiteren rollt die IT-Abteilung die Kassen-Updates rasch auf alle Standorte aus und behebt PC-Störungen per Fernzugriff. Der IP-Umstieg inklusive Vorbereitungszeit eines Fachmarktes ist dabei laut Anbieter innerhalb weniger Wochen möglich, wobei die Umstellung stets außerhalb der Geschäftszeiten realisiert wird, um den laufenden Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Bildquelle: Thinkstock/Liquidlibrary

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