Fahrertrainer Jürgen Edel bedient den Bordcomputer CarCube.
Auf der Suche nach dem richtigen Telematikanbieter hatte man bei der Einführung vor mehr als fünf Jahren einen festen Kriterienkatalog aufgestellt. Unter anderem wollte man die Spurverfolgung über ein Track&Trace-System sicherstellen. Außerdem sollte der Fahrer entlastet werden, in dem eine integrierte Flotten-Management-Lösung mit Kommunikation, Navigation und Telemetrie in einem gesucht wurde. „Wir wollten ein Gerät für alles. Durch die Datenübermittlung in das System haben die Fahrer mehr Verbindlichkeit und die Dispo ist entlastet, weil weniger telefoniert werden muss“, beschreibt Stöhr die Vorzüge beispielsweise der direkten Auftragsübermittlung per Schnittstelle aus der Speditionssoftware.
„Der Fahrstilassistent des CarCubes hat uns die Möglichkeit gegeben, ein System zu entwickeln, mit dem wir fair und nachvollziehbar wirtschaftliches und ökologisches Fahren prämieren können“, so Erwin Stöhr, Geschäftsführer der Stöhr Spedition e.K.. Beim Logistikdienstleister aus der Nähe von Ulm werden Telemetriedaten wie Beschleunigung, Bremsverhalten oder Leerlaufzeiten genutzt, um die Fahrer zu einer effizienten Fahrweise anzuregen. Grüne Balken und 100 Prozent sind dabei das Optimum, mit gelb wird gewarnt.
Je mehr grün, je naher an 100 Prozent, desto mehr Prämien bekommen die Fahrer. Dabei ist das System so eingestellt, dass eine faire Bewertung unabhängig von Ladungen und topographischen Gegebenheiten gewährleistet wird. Fahrertrainer Jürgen Edel beschreibt die Voraussetzungen so: „Bei uns haben Fahrer von voll ausgeladenen Fahrzeugen, die sich über die Schwäbische Alb quälen, die gleiche Chance wie der Fahrer mit leichtem Gut, der nur Autobahn fahren kann. Deswegen wird es auch so gut angenommen.“ Jeder der Fahrer habe so die gleiche Chance auf eine monatliche Prämie von bis zu 100 Euro.
Nach einer dreimonatigen Testphase sparten die 120 Fahrer in der Regel mehr als einen Liter Kraftstoff. Manche Fahrer kamen sogar auf eine Einsparung von drei Liter Diesel pro 100 Kilometer. Der Geschäftsführer sieht das Prämienmodell als wichtigen Bau- stein in der Personalentwicklung: „Wir haben kein Problem, gute Fahrer zu finden und zu halten“. Stöhr gibt einen sechsstelligen Betrag als sofortige Einsparung für sein Unternehmen an, das neben klassischen Industrieguttransporten auch Mehrwertdienstleistungen für renommierte Kunden aus der Automobilindustrie, Baustoffindustrie oder Metallverarbeitung übernimmt.
www.stoehr-spedition.de
www.trimbletl.com
Bildquelle: © Tobias Patzkowsky