Diebesgut mit M2M orten

Spurensuche im Wald

Holzdiebstahl ist in vielen Teilen Deutschlands ein Problem. Auch der Landesbetrieb Hessen Forst war lange davon betroffen. In einer Kooperation mit dem Telekom IT-Partner Akquinet haben die Förster nun eine Ortungslösung auf Basis von Machine-to-Machine (M2M)-Technologie entwickelt. Das Diebesgut lässt sich damit über ein Online-Portal nachverfolgen.

Ein dunkler Geländewagen fährt in der Abenddämmerung durch den Wald und hält schließlich vor einem Stapel Brennholz. Zwei Männer steigen aus und laden das Holz in den Kofferraum. Kurze Zeit später fahren sie davon. Solche Szenen spielen sich in Deutschlands Wäldern häufiger ab, als man denkt. Der Diebstahl von Holz wird zunehmend zum Problem, denn die Täter schrecken selbst vor Baumstämmen mit mehreren Metern Länge nicht zurück. Der Schaden ist immens. Im hessischen Staatswald liegt der jährliche Verlust beispielsweise im hohen sechsstelligen Bereich. Aus diesem Grund entschied sich der Landesbetrieb Hessen Forst dafür, nach einer technischen Lösung zu suchen.

Ortungslösung basiert auf M2M


Gemeinsam mit dem Telekom IT-Partner Akquinet entwickelten die Förster den Forst-Tracker - eine Ortungslösung auf Basis der Machine-to-Machine (M2M)-Kommunikation. M2M bezeichnet den automatisierten Datenaustausch von Maschinen untereinander oder mit einer zentralen Leitstelle. Ortungslösungen wie der Forst-Tracker kommen in vielen Branchen zum Einsatz. Unternehmen aus dem Energiesektor nutzen sie zum Beispiel, um gestohlene Solarmodule wiederzufinden. In der Logistik werden die GPS-Daten der Ortungsgeräte dazu genutzt, die Lieferkette in Echtzeit überwachen und steuern zu können.

Die Entwickler solcher Lösungen berücksichtigen dabei insbesondere die branchenspezifischen Bedürfnisse. „Wir haben damals zunächst ein Anforderungsprofil erstellt“, erklärt Andreas Schmitt, Forstamtsleiter beim Landesbetrieb Hessen Forst. Der Akku sollte das Gerät beispielsweise über mehrere Monate problemlos mit Strom versorgen können. Die Geräte sollten ihre Daten außerdem über das Mobilfunknetz automatisch an einen Server schicken. Auch bei widrigen Witterungsbedingungen musste die Sende- und Empfangsleistung durch feuchtes Holz gewährleistet sein. Das Gerät sollte zudem die schweren Belastungen beim Verladen und Transport des Holzes unbeschadet überstehen. „Eine auf diese Anforderungen passende Tracking-Lösung gab es damals noch nicht“, sagt Schmitt. „Unser Forst-Tracker füllt da eine Marktlücke.“

Dank Standby mehrere Monate aktiv

Die wichtigsten Komponenten des Trackers sind ein Funkmodul mit einer speziellen M2M SIM-Karte, ein GPS-Sender und ein Bewegungssensor. Das Gerät wird in einzelnen Stämmen eines Stapels versteckt. Dafür stemmt der Förster an einer Stelle des Stamms die Rinde auf und sägt anschließend einen Hohlraum ins Holz. Dieser muss ausreichend Platz für das etwa streichholzschachtelgroße Gerät bieten. Der Förster fixiert den Forst-Tracker anschließend darin und verdeckt den Hohlraum mit der aufgestemmten Rinde.

Im Standby Modus bleibt das Gerät mehrere Monate aktiv. Erfassen die Beschleunigungssensoren des Geräts eine Bewegung werden die Ortsdaten automatisch über das Mobilfunknetz der Telekom an die Server von akquinet gesendet.

Diebstahlmeldung via E-Mail oder SMS


Das System alarmiert die Förster dann selbstständig per E-Mail oder SMS. Über das Akquinet Telematik Onlineportal können Schmitt und die Polizei die Diebe mit der Beute verfolgen und nach kurzer Zeit dingfest machen. Außerdem kann Schmitt vorab festgelegte Zonen definieren. Verlässt das Holz eine dieser Zonen, werden er und seine Kollegen ebenfalls benachrichtigt. Ein Fehlalarm, etwa durch die Abholung von seinen Kollegen, kann Schmitt auf diese Weise ausschließen. Durch das flächendeckende Mobilfunknetz der Telekom mit einer hohen Netzqualität kann die Anbindung der Geräte ortsunabhängig erfolgen. Eine Nachverfolgung ist durch weltweite Roaming Partnerschaften auch länderübergreifend möglich.

Die Förster aus Hessen sind nach einem einjährigen Test von den Vorteilen ihrer Lösung überzeugt. Seit Anfang des Jahres schützt nun eine größere Stückzahl der Tracker Holzbestände im hessischen Forst.

Weitere Informationen gibt es auch hier: www.telekom.de/dreisechsnull

Bildquelle: Hessen Forst

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