16.02.2017 Deutschland unter dem EU-Durchschnitt

Studie zu Arbeit 4.0

Arbeiten 4.0: Immer mehr Menschen arbeiten unabhängig von einem festen Arbeitsplatz. Was sind die Vor- und was die Nachteile?

Arbeiten 4.0: Dank mobiler Endgeräte und flexibler Anwendungen arbeiten immer mehr Menschen unabhängig von einem festen Arbeitsplatz. Das hat Vor- und Nachteile: Auf der einen Seite können Mitarbeiter von Zuhause oder unterwegs arbeiten und dadurch viel Zeit sparen, auf der anderen Seite verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit.

Das könne mehr Stress bedeuten, warnten die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingung (Eurofound). Ihr Fazit: Bei guter Regulierung überwiegen die Vorteile.

Die Vorteile

Generell lobten Menschen, die mobil arbeiten, dass sie Zeit sparen und autonomer in der Arbeitseinteilung seien, so die Studie. Firmen hätten motiviertere Mitarbeiter und müssten keine Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Die Gesellschaft profitiere, weil weniger Autos unterwegs seien. Leute, die wegen Behinderungen oder heimischen Verpflichtungen nicht mobil sind, könnten dennoch arbeiten.

Die Nachteile

Dennoch führten solche Modelle oft zu längeren Arbeitszeiten. Die beste Balance zwischen Vor- und Nachteilen erzielten Menschen, die nur zeitweise von zu Hause oder unterwegs arbeiten. Firmen sollten solche Angebote fördern, müssten aber Sorge dafür tragen, dass Mitarbeiter nicht unbezahlte Überstunden leisten.

Internationaler Vergleich

Die Organisationen haben die Lage in 15 Ländern verglichen, darunter Deutschland und 9 andere EU-Länder sowie Argentinien, Brasilien, Indien, Japan und die USA:

  • Während in Argentinien nur zwei Prozent der Menschen mobil arbeiten, sind es in Schweden 32 Prozent.
  • Deutschland liege mit zwölf Prozent unter dem EU-Durchschnitt, heißt es in der Studie. Dabei seien 40 Prozent der Jobs dafür geeignet.

Die Ländervergleiche sind allerdings problematisch: ILO und Eurofound haben keine eigenen Daten erhoben, sondern verweisen auf andere Studien, die sich aber auf verschiedene Jahre beziehen. Einige sind mehr als fünf Jahre alt. Die deutschen Zahlen stammen von 2014.

dpa/rs

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