Nachgefragt bei Ulf Kottig, Trebing & Himstedt

Systematische Einsparungen

Interview mit Ulf Kottig, Senior Marketing Manager Manufacturing Integration bei der Trebing & Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co. KG

Ulf Kottig, Trebing & Himstedt

„Um systematisch Einsparungen vorzunehmen, bedarf es oftmals einer Optimierung der bestehenden Prozesse“, weiß Ulf Kottig, Senior Marketing Manager Manufacturing Integration bei Trebing & Himstedt Prozeßautomation.

ITM: Herr Kottig, inwiefern beschäftigt sich der Mittelstand derzeit mit dem Thema „IT-Nachhaltigkeit“?
Ulf Kottig:
Als Anbieter von SAP-MES-Lösungen im Produktionsumfeld beschäftigen wir uns vor allem mit dem Thema der „papierlosen Produktion“, die heute im Mittelstand schon vielfach Realität ist. Hierbei geht es um die Digitalisierung der kompletten Informationsversorgung der Werker sowie die Rückmeldungen ins ERP-System.

ITM: Welcher Aspekt steht hierbei im Fokus und warum: der ökologische, ökonomische oder soziale Aspekt?
Kottig:
Eine ökologische Nachhaltigkeit kann bei Unternehmen nur funktionieren, wenn sie auch ökonomisch sinnvoll ist. Im Falle einer papierlosen Produktion z.B. ist die Einsparung des Papiers sogar fast nur ein Nebeneffekt. Den Hauptnutzen ziehen Unternehmen aus der schnelleren Verfügbarkeit von Informationen und geringeren Fehleranfälligkeit, da manuelle Schnittstellen vermieden werden.

ITM: Welche Maßnahmen für IT-Nachhaltigkeit lassen sich recht zeitnah umsetzen, welche müssen eher langfristig in Angriff genommen werden?
Kottig:
Kleinigkeiten im Unternehmensalltag lassen sich häufig sehr schnell durch geschulte Wahrnehmung anpassen. Muss das Licht brennen, wenn ich das Büro (länger) verlasse? Muss der Rechner oder der Server über Nacht laufen? Um systematisch Einsparungen vorzunehmen, bedarf es aber oftmals einer Optimierung der bestehenden Prozesse, um beispielsweise eine durchgängige, papierlose Informationsversorgung sicherzustellen oder im Produktionsprozess ressourcenschonender zu arbeiten. Diese Umstellungen müssen langfristig und strategisch umgesetzt werden.

ITM: Was ist für die produzierenden Gewerbe grundsätzlich eher sinnvoll: in energieeffiziente Produktionsanlagen und nachhaltiges Gebäudemanagement oder in die Entwicklung und Vermarktung klimagerechter Produkte zu investieren?
Kottig:
Das eine ist kaum ohne das andere zu erreichen. Der Nachfrage nach klimagerechten Produkten muss selbstverständlich Sorge getragen werden, um wettbewerbsfähig zu sein. Doch wirkt man als Anbieter sehr schnell unglaubwürdig, wenn „klimaneutrale“ Produkte mit einem überdurchschnittlichen „Carbon-Footprint“ erzeugt werden, der es nachhaltigen Kunden gar nicht erlaubt, die Produkte zu kaufen. So setzen wir z.B. Systeme beim Kunden ein, um unproduktive Stillstände und den Ausschuss von Produktionsanlagen zu analysieren und zu minimieren, mit dem Ziel diese komplett zu eliminieren – die so genannte „Null-Fehler-Produktion“. Das spart enorme Ressourcen und Kosten.

ITM: Worauf sollten die Unternehmen beim Kauf neuer IT/Hardware für ihre Produktion achten?
Kottig:
Neben den klassischen technischen Daten, die Auskunft über Stromverbrauch etc. geben, ist eine konzeptionelle Betrachtung der Prozesse entscheidend. Hier lässt sich durch Optimierung der Produktionsprozesse ein Vielfaches der Ressourcen einsparen.

ITM: Welche Bedeutung schreiben Sie der Klimawandelproblematik in Ihrem Unternehmen zu? Wie tragen Sie konkret durch Ihre IT-Produkte, -Lösungen und -Dienstleistungen zur Bekämpfung des Klimawandels bei?
Kottig:
Mit unseren Produkten und Dienstleistungen können wir produzierenden Mittelständlern helfen, ihre Prozesse zu analysieren und zu optimieren. Neben einer Digitalisierung des Informationsflusses einer papierlosen Produktion, ist es vor allem die Analyse der Effizienz einer Produktion, um so Stillstände und Ausschussquoten zu verringern. Das führt letztendlich nachweislich dazu, die Ressourcen wie Energie, Papier und Rohstoffe effizienter einzusetzen.

ITM: Welche Rolle spielt hier das Image?
Kottig:
Unternehmen, die sich im globalen Wettbewerb befinden und nicht nur eine Preisführerschaft anstreben, müssen heute definitiv auch eine Unternehmensverantwortung beim Umgang mit begrenzten Ressourcen unter Beweis stellen. In einer vernetzten Welt ist dies für Kunden auch sehr schnell nachvollziehbar.

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