04.05.2017 Cloud-ERP beim Start-up Ryzon

Triathlon trifft Digitalisierung

Ein cloud-basiertes ERP-System sorgt bei dem auf hochwertige Triathlon-Kleidung spezialisierten Start-up Ryzon für schnelle Vertriebswege.

Triathlon-Start-up Ryzon

Mit Dynamics NAV beschleunigt das Triathlon-Start-up Ryzon nicht nur den Vertrieb.

Triathlon ist für alle Ausdauersportler eine echte Grenzerfahrung. Die seit dem Jahr 2000 absolvierte olympische Strecke besteht aus 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. Bei der Königsdisziplin, dem Ironman auf Hawaii, folgt auf 3,6 Kilometer Schwimmen ein 180 Kilometer langes Radrennen. Ein voller Marathon beschließt dieses Mammutrennen. Trotz der mit diesen Strecken verbundenen Strapazen ist die Zahl der Triathlon-Wettkämpfe und der Teilnehmer in den vergangenen zehn Jahren weltweit stark gestiegen.

An seine eigenen Grenzen will das Kölner Start-up Ryzon nicht so schnell kommen. Seit Juni 2016 verkauft das Jungunternehmen unter der Marke „Performance Apparel“ hochwertige Triathlon-Kleidung über seinen Online-Shop direkt an die Sportler. Dabei spricht man von sogenannten „Vertical Brands“, die als probates Mittel gelten, um neue spezialisierte Marken vorzugsweise im Direktvertrieb zu etablieren.

Der Start mit fast 30 Produkten, kleinem Team und überschaubarem Startkapital bedeutete für die Gründer ein hohes Risiko. Umso wichtiger war ihnen die effiziente Organisation der Warenwirtschaft und sämtlicher E-Commerce-Prozesse. Vor diesem Hintergrund fand das Unternehmen ein einfach zu skalierendes, weil cloud-basiertes ERP-System auf der Basis von Dynamics NAV bei dem Microsoft-Partner Faveo aus Essen. „Wir beschäftigen kein Fachpersonal für Entwicklungen und Datenbanken“, erklärt Mario Konrad, Geschäftsführer von Ryzon. „Deshalb arbeiten wir mit Faveo zusammen, dessen Cloud-Ansatz uns überzeugt hat. Er ermöglicht es uns, unser Geschäftsmodell umzusetzen, ohne zunächst viel Geld in die IT-Infrastruktur stecken zu müssen.“

Automatisierung dank der Cloud

Rund zwei Monate dauerte die Implementierung der Branchenlösung „Faveo 365“. Um die Arbeit des kleinen Teams zu unterstützen, stand die weitgehende Automatisierung der Kundeninteraktion – von der Bestellung bis zur Auslieferung auf der To-Do-Liste. Dafür wurde zuerst eine Schnittstelle zu dem verwendeten Online-Shopsystem Shopify integriert. Sowohl in Shopify als auch in Faveo 365 sind alle Daten der Warenwirtschaft hinterlegt – inklusive der Lagerbestände und Finanzbuchhaltung. Sobald eine Bestellung eingeht, wird das Produkt im Lager reserviert und ein Lieferschein erstellt. Ist es verpackt, erfolgt eine Rückmeldung, der Auftrag wird fakturiert und in der Finanzbuchhaltung verbucht. Der Kunde erhält daraufhin per E-Mail die Rechnung mit dem Hinweis, das seine Bestellung auf dem Weg ist.

„Alle Prozesse, die im traditionellen Versandhandel oftmals von Hand bearbeitet werden, bildet die Cloud-Lösung für uns automatisch in kurzer Zeit ab“, sagt Ryzon-Operationsmanager Tim Krüger. „Das ist uns eine große Hilfe. Gleichzeitig kommt die hohe Servicequalität auch bei unseren Kunden gut an.“ Bei Teillieferungen unterstützt die Lösung wie folgt: Oft sind vor allem am Anfang nicht immer alle Produkte auf Lager. „Die Software erkennt automatisch, ob eine Teillieferung erfolgen muss oder nicht. Das erledigen Suchmasken und Algorithmen für uns“, so Krüger.

Fokussiert auf Big Data

Im nächsten Schritt will Ryzon seine Kundendaten in den Fokus rücken. Über die Visualisierungen in der Cloud-Lösung sollen sich wertvolle Informationen über den künftigen Absatz herauslesen lassen. Dazu gehört z.B. das Potential für Cross-Selling: Kauft ein Kunde eine Radlerhose, interessiert er sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch für Radtrikots, -schuhe oder Trinkflasche. „Wir müssen unsere Produkte immer vorfinanzieren. Es gibt keine Aufträge, die dagegenstehen. Mittelfristig brauchen wir also einen präzisen Forecast“, so Mario Konrad.

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