13.10.2016 Wenn IT auf Reisen geht...

Umzug in ein neues Rechenzentrum

Von: Tanja Schürmann

Der Reisespezialist Alltours setzt auf ein neues leistungsfähiges Rechenzentrumsnetzwerk, um kritische Geschäftsapplikationen wie Website, Buchungssysteme und Call Center zu unterstützen.

Flughafen Wartebereich

Jedes Jahr bietet der Reiseveranstalter Alltours seine Dienstleistungen für rund zwei Millionen Gäste auf der ganzen Welt an – und zwar rund um die Uhr. Da das Unternehmen auch weiterhin auf Wachstum setzt, wurde der Standort von Duisburg nach Düsseldorf verlagert. Gleichzeitig verlegte Alltours seine unternehmenskritischen IT-Systeme in ein neues Rechenzentrum. Voraussetzung dabei war, dass der Umzug ohne Unterbrechung vonstatten geht, wie Sven Joost, IT-Gruppenleiter bei Alltours, erklärt: „Im Reisevermittlungsmarkt erwarten die Kunden sofortige Antworten auf ihre Anfragen. Unsere Systeme müssen schnell reagieren, ansonsten wandern die Interessenten ab.“ Dabei spielt die IT eine relevante Rolle: „Die IT-Infrastruktur ist zwar unsichtbar für die Kunden, aber Probleme wirken sich auf unser Gesamtgeschäft aus. Jeder Verlust bzw. jede Verzögerung eines Datenpakets ist kritisch für unsere Ertragssituation.“

Das Geschäft hängt davon ab, dass die Kunden auf die Systeme des Mittelständlers zugreifen können. Somit setzte der Reiseveranstalter Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit als die wichtigsten Anforderungen für ein neues IT-System voraus. Dazu musste das Unternehmen seine Netzwerkinfrastruktur komplett neu aufbauen. Die zentrale Datenbank, die Buchungssysteme und die Webseite des Unternehmens benötigen Zugriff auf die Netzwerkinfrastruktur. Das Call Center arbeitet mit VoIP-Technologie (Voice over IP) und hängt ebenfalls vom neuen Rechenzentrum ab, da alle Gateways dort installiert sind.

Bei den Firewalls setzt Alltours seit Längerem auf Juniper Networks. Diese wurden auf Empfehlung des lokalen Partners Concentrade im gesamten Netzwerk installiert. Zudem wurde für die neue Rechenzentrumsinfrastruktur die Juniper-Switching-Technologie evaluiert. Die positiven Erfahrungen mit den Sicherheitssystemen veranlassten das Unternehmen schließlich zu einer Prüfung der Rechenzentrums-Switching-Funktionalität des Netzwerkausrüsters.

Umzug über Nacht

Neben einer hohen Fehlertoleranz und Verfügbarkeit sollten alle Architekturkomponenten des Netzwerks reibungslos zusammenarbeiten, einfach zu warten sein und unterbrechungsfreien Betrieb unterstützen, selbst während der Durchführung von Software-Upgrades. Zudem waren Skalierbarkeit sowie die Erweiterbarkeit der Lösung gefordert. Aus diesem Grund wurde die Implementierung der neuen Rechenzentrumsinfrastruktur unter Verwendung einer End-to-End-Netzwerklösung beauftragt. Juniper installierte ein fehlertolerantes Netzwerk mit „Hitless“-Funktionalität für Hardware- bzw. Software-Upgrades bei laufendem Betrieb ohne Störungen der geschäftsrelevanten Kommunikation. Die Lösung wurde so konzipiert, dass selbst bei geplanten Wartungsarbeiten keine Service-Unterbrechungen erforderlich sind.

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Der Reisespezialist nutzt die Switche der QFX-Serie, die für die Top-of-Rack-Implementierung als Virtual Chassis eingesetzt werden. Bei den Switchen handelt es sich um leistungsfähige Plattformen mit hoher Dichte, die für verschiedene Aggregationsumgebungen in Rechenzentren konzipiert sind. Sie können als 10-GbE-, 40-GbE- oder 100-GbE-Access-Geräte in Virtual-Chassis-, Virtual-Chassis Fabric-, Multi-Chassis-LAG- und Junos-Fusion-Architekturen implementiert werden. Durch Installation der Switches kann Alltours sowohl 10-GbE- als auch 40-GbE-Schnittstellen mit Spielraum für zukünftiges Wachstum unterstützen. Es werden mehrere QFX-Systeme genutzt, sodass sich ein einzelner Switch offline nehmen und aufrüsten lässt, ohne die anderen Systeme zu beeinträchtigen. Damit keine Kundenanfragen auf der Strecke bleiben, musste der Umzug über Nacht stattfinden. Concentrade sorgte für einen reibungslosen Ablauf, sodass am folgenden Morgen alles funktionierte. Seitdem arbeiten alle kritischen Kundenanwendungen mit dem neuen Netzwerk.

Bisher läuft alles glatt im neuen Rechenzentrumsnetzwerk. Seit dem Umzug trat noch kein Ausfall auf. Die Systeme bieten Wachstumsspielraum und lassen sich im Bedarfsfall unkompliziert aufrüsten. Zugleich hat der Mittelständler die Flexibilität, ein neues Rack einfach durch Einbindung eines neuen virtuellen Chassis anzuschließen. Das Resumee des IT-Gruppenleiters fällt dementsprechend aus: „Wir agieren in einem schnelllebigen Umfeld. In unserem Markt kann sich rasch ein neues Programm oder eine neue Idee durchsetzen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir schnell reagieren können. Dazu brauchen wir eine flexible Infrastruktur, in die sich neue Systeme und Anwendungen oder Kapazitätserweiterungen schnell einbinden lassen.“


Die Unternehmensgruppe Alltours
Branche:
Tourismus
Mitglieder der Firmengruppe: Reisecenter Alltours GmbH, eine Reisebürokette mit rund 200 Reisebüros, der Reiseveranstalter für dynamische Pauschalreisen Bye.bye GmbH, die spanische Incoming-Agentur Viajes Allsun mit Sitz auf Mallorca sowie die Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft Alltours España
Hauptsitz: Düsseldorf
Mitarbeiter: ca. 500
Umsatz: jährlich rund 1,5 Mrd. Euro


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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