27.03.2017 Keine technischen Diskussionen

Vintin will die Digitalisierung begleiten

Von: Ina Schlücker

In Zeiten von Cloud Computing und Virtualisierung verändern sich auch die Geschäftsmodelle von IT-Dienstleistern. Um den Bedürfnissen mittelständischer Kunden gerecht zu werden, sind Flexibilität und schelle Reaktionsfähigkeit gefragt. Dabei ist es laut Michael Datzer, Gründer und Geschäftsführer von Vintin in Schweinfurt, von Vorteil, wenn man neben Cloud-Services nach wie vor auch klassische IT-Outsourcing-Modelle anbieten kann.

Michael Datzer, Gründer und Geschäftsführer von Vintin.

„Bei Industrie 4.0 handelt es sich eher um eine technische Evolution als um eine Revolution“, betont Michael Datzer, Gründer und Geschäftsführer von Vintin.

ITM: Herr Datzer, wer verbirgt sich hinter Vintin?
Michael Datzer:
Die Unternehmensgruppe wurde vor 26 Jahren gegründet und firmiert seit dem vergangenen Jahr unter dem Namen Vintin. Unsere Kunden sind bundesweit anzutreffen, wobei wir mit unseren Cloud-Diensten und den klassischen IT-Angeboten sowohl im süd- und westdeutschen Bereich als auch in der Schweiz unterwegs sind.

ITM: Welche Anforderungen stellen Mittelständler heutzutage an ihre IT-Dienstleister?
Datzer:
Den meisten geht es heute weniger um Technik als vielmehr um Geschäftsprozesse und -modelle. Dabei rückt die Digitalisierung zunehmend in den Fokus der Entwicklung. Von daher erwarten unsere mittelständischen Kunden, dass wir uns intensiv mit ihren Geschäftsmodellen auseinandersetzen. Daraus müssen wir dann die passenden Lösungen erarbeiten, die ihr Geschäft und ihre digitale Transformation voranbringen. Im Zuge dessen werden die Anforderungen an uns zunehmend aus den Fachabteilungen und dem Management gestellt. Dort sind Lösungen gefragt und definitiv keine Diskussionen um technische Details.

ITM: Welche IT-Dienstleistungen werden bevorzugt nachgefragt?
Datzer:
Dies hängt stets von der Größe bzw. der Branche des Unternehmens ab, wobei sich Pauschalaussagen kaum treffen lassen. Dies liegt auch daran, dass es nicht unser Ziel ist, den Kunden per se nur eine Variante zu verkaufen. Vielmehr bieten wir sowohl Cloud-Services in allen Facetten als auch Managed Services und klassisches IT-Outsourcing an. Dabei lautet die Frage stets: Was passt für den jeweiligen Kunden am besten?

Gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen bemerken wir eine Tendenz zum „Digital Outsourcing“. Darunter verstehen wir die Nutzung eines Digital Workplace inklusive Support, Office 365 und weiteren Leistungen wie Managed Wireless und Mobile Device Management (MDM). Damit werden Investitionen in eigene IT-Infrastrukturen für die Kunden obsolet, wobei ihre IT-Strategie gleichzeitig an Flexibilität und Dynamik gewinnt.

ITM: Wie gestalten sich die Laufzeiten Ihrer Service-Verträge?
Datzer:
Das unterscheidet sich mitunter gewaltig. Bei Managed Services für das Netzwerk oder für Sicherheitslösungen wie der Firewall liegen die Laufzeiten in der Regel zwischen recht kurzen zwölf bis 36 Monaten. Geht es hingegen um den Digital Workplace, liegen die Laufzeiten jenseits der 36 Monate, da sich alles andere weder für die Kunden noch für uns lohnen würde.

ITM: Wie laufen die Projekte in der Praxis ab?
Datzer:
Wir realisieren klassisches Outsourcing und Managed Services. Überdies betreuen wir Anwender, deren IT wir komplett in der Cloud betreiben. Dabei garantieren wir den Betrieb in deutschen Rechenzentren und entsprechen somit hohen Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen. Aktuell betreiben wir zwei redundante Data Center in Nürnberg und bald auch einen RZ-Standort in der Schweiz.

Häufig starten wir bei den Kunden mit Beratungs-Services, wobei sich weitere Projekte anschließen. Dabei läuft das Ergebnis bei den meisten Kunden auf hybride Infrastrukturen hinaus, die das Beste aus der Cloud- und On-Premise-Welt vereinen. Insgesamt betreiben wir in unseren Rechenzentren für unsere Kunden 500 unterschiedliche Applikationen.

ITM: In diesem Zusammenhang fallen häufig Begriffe wie Multi- oder Hybrid-Cloud: Inwieweit machen solche Szenarien den IT-Betrieb extrem komplex?
Datzer:
Wollen die Mittelständler selbst Herr über solche Strukturen werden, sind viel Know-how und permanente Schulungen notwendig. Für uns hingegen handelt es sich um alltägliche Aufgaben, da wir für Kunden seit Jahren unterschiedlichste RZ-Strukturen betreiben und wir auch aus unserem eigenen Rechenzentrum seit zehn Jahren Cloud-Services anbieten, wie z.B. den Digital Workplace.

ITM: Wie wichtig sind in der mittelständischen Praxis „Hype“-Themen wie Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge?
Datzer:
Aus unserer Sicht handelt es sich dabei eher um eine technische Evolution als um eine Revolution. Schließlich werden erste Schritte in Richtung dieser Trends im Mittelstand sehr behutsam unternommen. Sollten Innovationen rund um Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge für das jeweilige Unternehmen sinnvoll sein, sind Mittelständler jedoch sehr offen. Allerdings wird kein mittelständisches Unternehmen behaupten: „Wir vernetzen umgehend alles und setzen auf Künstliche Intelligenz (KI) – koste es, was es wolle!“ Das wäre völlig realitätsfremd.

ITM: Können Sie uns ein Kundenbeispiel beschreiben?
Datzer:
Wer gerne Weißwürste, Kochschinken oder Ähnliches isst, der kauft von unserem Kunden womöglich im Supermarkt: Lutz Fleischwaren setzt auf unseren „Digitalen Arbeitsplatz“ und das Modell „Digital Outsourcing“. Dazu entschied man sich, als sich das Unternehmen nach einem Management-Buy-out neu aufstellte und 400 Nutzern einen neuen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen musste.

Die Verantwortlichen wollten im Zuge dessen keine eigene IT-Landschaft aufbauen und betreiben, sondern haben sich bewusst für externe IT-Dienstleistungen entschieden. Innerhalb weniger Wochen haben wir in den Niederlassungen des Fleischspezialisten unseren Digital Workplace verfügbar gemacht.

ITM: Welche weiteren Vorteile gibt es?
Datzer:
Zu unserem Digital Workplace gehören u.a. Helpdesk-Lösungen, sodass sich die Nutzer per Hotline bei uns melden können und umgehend Support erhalten. Überdies können wir auf Zuruf beliebig viele  Standorte anbinden, wobei die Clients über Nacht angeliefert und am nächsten Morgen angeschlossen werden können.

Bildquelle: Vintin

 

 

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