24.02.2017 Beginn einer neuen Storage-Ära

Wofür eignet sich Flash-Speicher?

Von: James Honey

Bei Verbrauchern sind Flash-Speicherprodukte mittlerweile Standard, etwa bei Smartphones oder Laptops. Und auch im Rechenzentrum kann es sich lohnen, neben klassischen Festplatten zunehmend Flash-Speicher für aktive Daten zu nutzen.

Früher war Flash-Speicher so teuer, dass IT-Leiter deren Implementierung genau und bindend planen mussten, um die Kosten rechtfertigen zu können. Mittlerweile sind solche Lösungen aber viel günstiger geworden und Unternehmen profitieren von der Technologie überall dort, wo mehr Leistung gefragt ist. Die virtuelle Desktopinfrastruktur (VDI) beispielsweise eignet sich ideal für die flash-basierte Bereitstellung, da sie häufig Massenstarts zu bewältigen hat. Es wäre ineffektiv, Hunderte von Festplatten zu kaufen, um spezielle Zeiträume pro Tag abzusichern, in denen eine Reihe von Nutzern ihre Computer hochfahren. Schließlich sind in der Zwischenzeit nur geringe Mengen von Daten zu bewegen – verglichen mit der Kapazität von Festplatten –, sodass die Investition praktisch nutzlos wäre. Ein Flash-Speicher wäre an dieser Stelle die günstigere und effizientere Wahl.

Auch Datenbanken profitieren von der Flash-Technologie. Möglicherweise handelt es sich dabei gar um den besten Anwendungsfall, denn Flash-Speicher senkt die Wartezeiten erheblich und der Speicheradministrator muss sich nicht mehr die Schuld an mangelnder Leistung bzw. langen Wartezeiten geben lassen.

Speichern in der Cloud

Zukunftsfähig ist die Flash-Technologie allemal, bringt doch derzeit die Kombination aus Cloud Computing und Flash neue Speicherlösungen für die hybride IT hervor, die für leistungsstarke Rechenzentren der nächsten Generation unverzichtbar sind. Diese Lösungen können inaktiv gewordene Daten in die Cloud anstatt auf Festplatten verschieben. Unternehmen brauchen diese inaktiven Daten zwar, aber da ein Zugriff nach der offiziellen Archivierung weniger wahrscheinlich ist, ist ihre Speicherung in der Cloud kostengünstiger.

Interessanterweise sind in der Speicherbranche gerade mehrere Speichertypen, nämlich Festplatten, Flash-Speicher und die Cloud, gleichermaßen bedeutsam und nützlich für mittelständische Unternehmen. Zwar spricht alles dafür, dass Flash-Speicher letztlich häufiger eingesetzt werden wird als Festplatten, doch diese werden gerade im Fall der hybriden IT voraussichtlich bis auf Weiteres ein fester Bestandteil des Angebots bleiben.

Speicher unter Kontrolle: Best Practices für die Verwaltung

1. Zentrale Übersicht:

Mit einem zentralen Tool können die Messdaten, Warnungen und Berichte vereinheitlicht und zusammengeführt werden, um somit die Fehlerbehebung und Verwaltung effizienter zu gestalten.

2. Optimierung der Ressourcen:

Ein einheitliches Tool, das Volume für Volume die benötigten Aktivitäten der Speichersysteme anzeigt, bietet Speicheradministratoren eine gute Grundlage für den unkomplizierten Ausgleich bestehender Workloads und für die Zukunftsplanung.

3. Automatisierte Überwachung:

Mit einem einheitlichen Überwachungstool entfällt für IT-Experten die Notwendigkeit, Leistung und Kapazität täglich zu überprüfen, und sie gewinnen wertvolle Zeit. Eine Warnfunktion kann den Speicheradministrator zudem unmittelbar benachrichtigen, sobald ein Fehler oder ein Leistungsproblem auftritt, sodass sofort die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden können.

Quelle: Solarwinds

Trotz der Dynamik der Branche beim Umstieg von Festplatten auf Flash und/oder die Cloud verlieren Überwachungs-Tools für Speicherlösungen keineswegs ihre Bedeutung. Flash-Anbieter vertreiben in der Regel eigene Verwaltungs- und Überwachungsprogramme, doch diese überwinden kaum die Grenzen zwischen Rechenzen-trumssilos, wie sie beim Einsatz heterogener Speicherlösungen entstehen. Damit Flexibilität nicht an dieser administrativen Hürde scheitert, sollten die Verantwortlichen sich nach einem Allzweck-Tool umsehen, das zur Überwachung aller Lösungen einen zentralen Überblick schafft. Initiativen zur Beschaffung und Implementierung von Flash-Speicher sollten zudem berücksichtigen: Legacy-Hardware wird im Rechenzentrum ab und an genutzt werden müssen. Daher sollte ein Umstieg auf neue Technologien nur mit einer Strategie zur Beibehaltung wichtiger Daten erfolgen.

Derzeit gehen Branchenexperten wie der Anbieter Solarwinds davon aus, dass in Zukunft aktive Daten im Flash-Speicher abgelegt werden, um die Effizienz des Rechenzentrums zu gewährleisten, und inaktive Daten in die Cloud verschoben werden. Sie vermuten, dass Festplatten aufgrund ihrer Schwächen bei Leistung, Kosten und Innovationsfähigkeit kaum standardmäßig eingesetzt werden. Im Zuge eines Umstiegs auf neue Speichertechniken ist es daher ratsam, Lösungen für die umfassende Überwachung bereitzustellen sowie einen Plan zur Aufbewahrung von Legacy-Daten zu entwickeln und umzusetzen.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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