05.10.2017 Digitalisierung

Zwischen Vernetzung und Ausspähung

Von: Guido Piech

Kaum hat es die Partei des Digitalisierungs-„Experten“ Christian Lindner zurück ins Parlament geschafft, tut der FDP-Frontmann so, als sei genau das nötig gewesen, um die deutschen Unternehmen endlich aus ihrer Rückständigkeit und Lethargie zu reißen.

Digitalisierung im Mittelstand: Zwischen Vernetzung und Ausspähung

Digitalisierung im Mittelstand: Zwischen Vernetzung und Ausspähung

„Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren“, philosophierte Lindner nach der Wahl mehrfach vor sich hin und wies sich selbst die Rolle des digitalen Vorreiters zu.

Würde sich der FDP-Mann im Mittelstand wirklich so gut auskennen wie er vorgibt, dann wüsste er, dass Themen wie Vernetzung im Industrieumfeld und mit Intelligenz versehene Produkte häufig längst Realität sind oder zumindest intensiv diskutiert werden. Diese Diskussion hat aber nichts mit Rückständigkeit zu tun. Die Bedenken, die Lindner so gerne beiseiteschieben würde, sind stattdessen nur allzu berechtigt. Schließlich geht es für innovative Unternehmen um den Schutz ihres Know-hows. Und je mehr man sich digital öffnet, desto größer sind die potentiellen Gefahren.

Gefragt ist also bedachtes Vorgehen, um die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, ohne dabei seine Existenzgrundlage infolge von Ausspähung zu riskieren. Es wäre für den eloquenten Lindner doch einmal eine herausfordernde Aufgabe, zu erläutern, wie dieser Spagat am besten zu bewerkstelligen sein könnte. Zumal er ja demnächst in der Regierung sitzen könnte. Wir sind gespannt.

Bildquelle: Thinkstock / iStock

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