14.06.2017 Bonitätsscore von Verbrauchern

3 Mythen über die Zahlungsfähigkeit

Nur knapp fünf Prozent der Deutschen wissen über das Thema Bonität Bescheid. Das Berliner Start-up Bonify klärt über die drei größten Mythen zur Kreditwürdigkeit auf.

Wer einen neuen Handy-Vertrag abschließen oder sich den Wunsch eines Hauses oder eines Autos erfüllen möchte, über den wird unweigerlich die eigene Kreditwürdigkeit, sprich die Bonität, abgefragt. Ist die persönliche Zahlungsfähigkeit eingeschränkt, kann das unangenehme Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten im Alltag haben. Doch wenige Menschen wissen, was Bonität bedeutet und welchen Einfluss sie auf unser alltägliches Leben hat. 

Mythos 1: Die Bonität hat keinen Einfluss auf Online-Zahlungen
Online-Händler sind dazu berechtigt, Bonitätsinformationen von Kunden bei Wirtschaftsauskunfteien, z.B. bei der Schufa oder Creditreform Boniversum, abzufragen. Beim Online-Shopping werden oft mehrere Zahlungsalternativen angeboten, wie etwa Lastschrift, Paypal oder Vorkasse. Besonders beliebt in Deutschland ist der "Kauf auf Rechnung". Manchmal wird diese Möglichkeit jedoch nicht angezeigt. Ein Grund hierfür könnte die Risikoeinschätzung des Online-Händlers basierend auf der Bonität des potentiellen Kunden sein. Indem dem Kunden nur Zahlungsmöglichkeiten angezeigt werden, für die er sich aufgrund seiner Bonität qualifiziert, kann sich der Händler umgekehrt vor Zahlungsverlusten schützen. Deshalb werden in diesem Fall nur Zahlungsmöglichkeiten angezeigt, für die sich der Kunde "qualifiziert".

Mythos 2: Die eigene Kreditwürdigkeit kann nicht verbessert werden
Zahlreiche Faktoren haben Einfluss auf die persönliche Bonität. Neben der pünktlichen Zahlung von Rechnungen kann durch Zusammenfassung oder Umschuldung von Krediten eine Verbesserung erreicht werden. Viele Versandhäuser und Internethändler locken Verbraucher mit Angeboten, teure Waren über einen Finanzierungskauf zu erwerben. Das birgt leider die Gefahr, dass sich schnell viele kleinere Kredite anhäufen können, die bedient werden wollen. Oftmals sind die Zinssätze für Ratenzahlungsgeschäfte besonders hoch, weshalb es Sinn machen kann, die Kredite umzuschulden und in einen großen Ratenkredit umzuwandeln. Allein durch die Verminderung der Zinsbelastung kann sich die persönliche Bonität spürbar verbessern. Zudem sind ein Drittel aller Bonitätsdaten veraltet, unvollständig oder falsch gespeichert. Aus diesem Grund ist es unbedingt ratsam, seine Bonität selbst zu prüfen und im Falle falscher Angaben bei den Auskunfteien korrigieren zu lassen.

Mythos 3: Verbraucher haben keine Einsicht in ihre Bonität
Die eigene Bonität im Blick zu behalten, ist besonders sinnvoll, wenn in naher Zukunft größere Investitionen geplant sind oder ein Handy- oder Stromvertrag gewechselt werden soll. Laut dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) §34 ist jedes Unternehmen, welches personenbezogene Daten speichert, dazu verpflichtet, einmal jährlich eine umfangreiche Selbstauskunft auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören vor allem Auskunfteien, die die unterschiedlichsten Daten über Verbraucher sammeln, um deren Kreditwürdigkeit einschätzen zu können. Die größte Auskunftei in Deutschland ist die Schufa, aber auch bei anderen Auskunfteien, wie der Creditreform Boniversum oder Deltavista, hat jeder das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft pro Jahr. Diese zeigt allerdings nur den Status im Moment der Abfrage. Mit Bonify können Verbraucher ihre Kreditwürdigkeit jederzeit online einsehen.


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