Interview mit Olaf May, Motorola Solutions Germany GmbH

40 Minuten mehr Zeit – pro Tag

Die meisten werden bei dem Namen Motorola zunächst an Smartphones und Tablet-PCs à la Xoom denken.

Olaf May

Doch neben dem eher auf Endanwender zielenden Unternehmen Motorola Mobility existiert ein eigenständiges Unternehmen namens Motorola Solutions Germany GmbH, das sich zu den „führenden Anbietern von geschäfts- und sicherheitskritischen Kommunikationslösungen für Wirtschaftsunternehmen und Kunden aus dem öffentlichen Sektor zählt“. Wir sprachen mit Olaf May, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, über die Ausrichtung der Motorola Solutions GmbH.

Herr May, wo sehen Sie Motorola Solutions positioniert?
May:
Motorola Solutions ist marktführend in seinen Kernbereichen kommerzieller Funk, Mobile Computing, Barcode Scanning sowie bei Funklösungen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Wir verfügen über ein globales Partnernetzwerk, das es uns ermöglicht, unseren Kunden das branchenweit größte Portfolio an mobilen Kommunikationslösungen anzubieten.

Welche Business-Szenarien tragen die Anwender verstärkt an Sie heran?
May:
Es gibt derzeit drei wichtige Trends im Bereich mobiler Lösungen: Dazu zählten neben der extrem ansteigenden Anzahl mobiler Arbeiter, die ihre Aufgaben unterwegs erledigen, der immer wichtiger werdende, permanent benötigte Datenzugriff und der besser informierte Kunde. Motorola begegnet diesen Marktanforderungen mit einem zukunftsweisenden Portfolio aus mobilen Computern, Scannern, WLAN- und RFID-Lösungen, Funktechnologie sowie einer engen Zusammenarbeit mit unseren Partnern.

Wir konzentrieren uns darauf, Unternehmen und Behörden einerseits mit Kommunikationslösungen auszustatten, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind, aber auch darauf, die bereits installierten Kommunikationslösungen zu erneuern und für künftige Anforderungen zu rüsten. Dazu gehören höhere Übertragungsraten von Daten und damit eine optimierte Leistungsfähigkeit der mobilen Geräte sowie die Einbindung neuer Technologien.
 
Welche Branchen und Sparten haben verstärkten Bedarf an industriell einsetzbaren mobilen Lösungen?
May:
Die gestiegenen Anforderungen an Produktivität, Reaktionsfähigkeit und Effizienz sehen wir branchenübergreifend in allen Einsatzbereichen – sei es zum Beispiel im Field Service, wenn Wartungsdaten von Maschinen vor Ort beim Kunden abgerufen werden, oder bei der Kommissionierung im Lager und der Zustellung von Lieferungen im Bereich Transport und Logistik.

Mit Hilfe mobiler Computer lassen sich direkt an der Haustür der Empfänger Liefernachweise erstellen, wie dies unsere Kunden Hermes, DHL oder TNT bereits anbieten. Im Einzelhandel werden Kunden durch zukunftsweisende Self-Scanning-Lösungen bei ihrem Einkauf unterstützt. So setzen Retailer wie der süddeutsche Lebensmittelhändler Feneberg unsere portablen Shopping-Systeme ein. Verbraucher sind damit in der Lage, ihre Einkäufe direkt nach der Entnahme aus dem Regal selbst einzuscannen. Am Ende des Einkaufs wird der Handscanner ausgelesen. Ein erneutes Auspacken und Erfassen der Waren entfällt. Von steigender Bedeutung im Bereich Retail ist auch der Einsatz von RFID-Lösungen, welche die Bestandserfassung optimieren und damit einen ­lückenlosen Überblick über die Warenbestände im Regal und im Lager bieten.

Welche sind die Grundanforderungen an die Geräteklasse der „Rugged Industrie-Devices“?
May:
Neben ihrer Widerstandsfähigkeit gegen häufige Stürze sowie Staub, Feuchtigkeit oder extreme Temperaturen müssen unsere Geräte intuitiv bedienbar sein. Eine weitere wichtige Anforderung ist die zuverlässige und sichere drahtlose Netzwerkverbindung sowie die Datenerfassung. Flexible Scan-Möglichkeiten für 1D- und 2D-Barcodes sind längst Standard. Die Entwicklung geht hier in Richtung längerer Scan-Distanzen, so dass Mitarbeiter im Lager auch Waren aus hohen Regalen schnell identifizieren können.

Auch die langfristige Kosteneffizienz beim Einsatz der Geräte spielt eine immer größere Rolle. Um die Investitionskosten von Unternehmen und Behörden zu senken, sind unsere mobilen Computer modular aufgebaut und können mit dem Zubehör älterer und künftiger Gerätegenerationen genutzt werden. Zudem lassen sich die mobilen Geräte durch unser umfassendes Gerätemanagement leichter zentral verwalten und Updates durchführen. Dies reduziert den Integrations- und Installationsaufwand für Anwender. Im Rahmen unserer Serviceangebote werden Geräte ohne zusätzliche Kosten umgehend ersetzt.

Wie oft treffen Sie auf die Ansicht, Prozesse im Industrie-Umfeld ließen sich auch mit normalen Smartphones beschleunigen?
May:
Smartphones werden je nach Einsatzbereich den speziellen Bedürfnissen von Unternehmen und Behörden nicht umfassend gerecht. Die höhere Robustheit, der Datenzugriff auf unternehmens- und behördeninterne Systeme sowie die Möglichkeiten für eine sichere Sprach- und Datenübertragung sind nur einige Beispiele hierfür.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der umfassende Service, den wir in den Bereichen Wartung und Reparatur bieten. Die Enterprise-Applikationen und die sensiblen Daten auf den mobilen Computern erfordern einen komplexen Service. Entsprechend vertrauen viele Kunden auf unsere Technologie- und Service-angebote.

Welche Zeiteinsparungen sind infolge mobiler Prozesse zu erzielen?
May:
Mit mobilen Lösungen können Unternehmen und Behörden deutlich effizienter arbeiten. Internationalen Studien zufolge lassen sich mit ihrer Hilfe durchschnittlich etwa 40 Minuten Arbeitszeit pro Tag und Mitarbeiter einsparen. Diese Zeit kann für andere Aufgaben, beispielsweise im Kundenservice, genutzt werden.

Wie integriert man diese Geräte in die bestehende IT und wie aufwendig ist die Prozessanalyse?
May:
Im Rahmen unseres weltweiten Partnernetzwerks arbeiten wir mit Branchenspezialisten zusammen, mit denen wir die mobilen Kommunikationslösungen gemeinsam bei unseren Kunden vor Ort implementieren. Wir kennen die individuellen Bedürfnisse von Kunden aus den verschiedensten Bereichen und indem wir unsere Technologie-Expertise mit dem Know-how unserer Partner kombinieren, bieten wir Anwendern maßgeschneiderte Lösungen für jede Anforderung.

Olaf May ...

... verantwortet als Vorsitzender der Geschäftsführung die Geschäftsaktivitäten der Motorola Solutions Germany GmbH in Deutschland und leitet als MSSI Vice President das Gesamtgeschäft des Unternehmens in Zentraleuropa.

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