19.05.2017 App-Lokalisierung

5 Tipps für höhere Kundenloyalität

Von: Johnny Kristensen

Der Markt für mobile Anwendungen wächst immer weiter. Deshalb suchen Unternehmen nach neuen Strategien, um Kunden ein nahtloses digitales Erlebnis zu garantieren. Um dies zu ermöglichen, müssen sowohl die relevanten Kanäle als auch die Besonderheiten des lokalen Marktes berücksichtigt werden. Diese fünf Tipps können helfen...

Der Schlüssel zum Erfolg bei der weltweiten App-Lokalisierung liegt darin, die Vorlieben der Kunden weltweit zu kennen und zu verstehen.

Die Nutzung von Apps wir laut App Annie besonders in aufstrebenden Märkten wie Indien, Brasilien oder der Türkei bis 2020 stark wachsen. Aber auch die starken Wirtschaftsnationen werden weiterhin ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen. So sind Apps in Deutschland ein ebenso gewaltiger Markt: 44 Millionen Deutsche nutzen laut Bitkom ein Smartphone und 74 Prozent davon laden zusätzliche Apps herunter. Gleichzeitig sind die deutschen Nutzer mit die kritischsten, wenn es um App-Bewertungen geht: Laut einer Studie von Sensortower liegt nur in Deutschland der Durchschnitt der abgegebenen Bewertungen im App-Store von Apple unter dem Wert 4 (von 5). Ein entscheidender Faktor für die Nutzerzufriedenheit ist dabei die Lokalisierung von Inhalten.

Optimales Nutzererlebnis mit App-Lokalisierung


Tatsächlich ist die Lokalisierung von Apps heute kein nettes Extra für die Kunden mehr, sondern unbedingt notwendig. Wenn Unternehmen die kulturellen und sprachlichen Unterschiede ihrer Kunden berücksichtigen, können sie das Nutzererlebnis dadurch stark erhöhen und gleichzeitig dennoch einen einheitlichen Markenauftritt beibehalten. Laut App Annie erhöht eine lokalisierte App-Beschreibung die Download-Rate in einem Land um 128 Prozent. Aber wie können Unternehmen die Lokalisierung von Inhalten erfolgreich in die App-Entwicklung integrieren? Hier dazu fünf Tipps von Lionbridge zur richtigen Strategie:

1. Die richtige Sprache ist entscheidend


In vielen Ländern existieren parallel mehrere Landes- oder offiziell anerkannte Sprachen. Zudem sind nur 20 Prozent der Internetnutzer englische Muttersprachler. Deshalb ist es entscheidend, dass Organisationen oder Unternehmen ihren Web-Traffic analysieren. So können sie die von den Nutzern bevorzugten Sprachen ermitteln und entscheiden, in welchen Sprachen sie ihre App in den Zielmärkten anbieten möchten.

2. Richtlinien des jeweiligen Marktes beachten


Bei der Lokalisierung von Apps muss ebenso sichergestellt werden, dass die App mit den geltenden Richtlinien und Vorschriften im jeweiligen Land konform ist. In Deutschland beispielsweise ist die Altersfreigabe für Computerspiele strenger als in anderen Ländern. Die Berücksichtigung dieser Einschränkungen und die Auswahl der richtigen Sprachen, auf Grundlage der App-Inhalte trägt dazu bei, juristische Folgen zu vermeiden.

3. Lokalisierte Apps müssen global getestet werden


App-Testing ist heute unumgänglich. Eine globale App muss auch international getestet werden, um ein weltweit einheitliches und positives Nutzererlebnis sicherzustellen. Deshalb ist es von wesentlicher Bedeutung, die verschiedenen internationalen Einstellungen der App, wie etwa Datum, Zeitangaben, Währungen oder Fonts, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Standorte und der relevanten Geräte, zu prüfen. Es ist ratsam, eine App bereits vor der Veröffentlichung zu testen – dabei sollten unterschiedliche Display-Größen berücksichtigt werden und ebenso gilt es sicherzustellen, dass die App auf allen Geräten stabil und fehlerfrei läuft. Desweiteren sollten Unternehmen beim Testen der App auch den Platzbedarf der lokalisierten App-Inhalte berücksichtigen. In den meisten Sprachen wird mehr Raum für Inhalte benötigt als in der englischen Sprache. Deshalb müssen die Entwickler auch sicherstellen, dass fest programmierte Zeichenketten vor der Übersetzung festgelegt werden. Dadurch können Texte erweitert oder gekürzt und Entwicklungskosten somit langfristig reduziert werden.

4. Lokalisierbare Inhalte vom Code trennen


Der nächste Schritt in der App-Lokalisierung beinhaltet die Sicherstellung einer einheitlichen Architektur, unabhängig von der Region, in der die App genutzt wird. Dies wird möglich, indem man die Inhalte vom Code separiert und sie in einer Ressourcendatei ablegt. Dann kann ein Sprachdienstleister anhand der relevanten Style-Guides die sprachliche Konsistenz sicherstellen. Holländische Wörter sind beispielsweise kürzer als englische; im Thailändischen gibt es keine Leerzeichen zwischen den Worten und viele asiatische Sprachen weisen Akzent- und Tonzeichen im geschriebenen Wort auf. Durch die Fokussierung auf die sprachlichen Merkmale und die Trennung der zu lokalisierenden Inhalte vom Code können sowohl eine weltweit einheitliche Architektur – und zwar unabhängig vom Einsatzort der App – als auch die sprachliche Konsistenz sichergestellt werden.

5. Eine gute Beschreibung im App-Store zieht Nutzer an


Der Schlüssel zum Erfolg bei der weltweiten App-Lokalisierung liegt darin, die Vorlieben der Kunden weltweit zu kennen und zu verstehen. Entsprechende Strategien sollten von Anfang an in den Entwicklungsprozess mit einfließen. So können Unternehmen ansprechende Nutzererlebnisse generieren und damit eine hohe Kundenloyalität erreichen.

Bildquelle: Shutterstock/NPFire

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