App-Baukästen

Abkürzung zur eigenen Unternehmens-App

Mobile Apps haben für Unternehmen viele Vorteile und müssen nicht teuer sein. Eine Alternative zur individuellen Entwicklung sind Baukastensysteme.

Baukastensysteme sind schnell und unkompliziert

“Werden Sie mobil, nutzen Sie eine App für individuelle Geschäftsmodelle und gezielte Kundensprache.” So in etwa lautet die Empfehlung vieler Berater. Doch eine App ist nichts weiter als programmierte Software, die sich Unternehmen nicht so einfach verschaffen können.

Grundsätzlich ist immer individuelle Programmierung notwendig und auch hier ist Gutes ziemlich teuer. Doch es gibt glücklichwerweise noch eine weitere Möglichkeit. Wer auf eine völlig individuelle App verzichten kann, sollte einen der inzwischen recht zahlreichen App-Baukästen benutzen.

Sie erlauben durch Kombination vorgefertigter Module einen schnellen und preiswerten Weg zur eigenen App. Die angebotenen Services besitzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte und Freiheitsgrade bei der Gestaltung. Ein kleiner Überblick soll die verschiedenen Möglichkeiten vorstellen.

App-Baukasten für Jedermann

Schon seit zwei Jahren gibt es AppYourself, das modulare App-Baukastensystem für Jedermann. Unternehmen haben damit die Möglichkeit, schnell und preiswert eine eigene App zu erstellen, um ihre Produkte und Dienstleistungen im mobilen Web anbieten zu können. Sie können damit rasch auf das Verhalten mobiler Kunden eingehen und ihre Ansprüche erfüllen.

AppYourself erzeugt seine Apps in zwei Varianten: Einerseits gibt es mobile Websites (Webapps) und andererseits eine Kombination aus Webapp und nativen Apps für iOS und Android. Bisher wurden damit mehr als 7.000 Apps gestaltet, darunter zahlreiche Apps für Arztpraxen, Fitnessstudios und den Gastronomie-, Wellness- und Eventbereich.

Jede der beiden App-Varianten hat ihre speziellen Vorteile. So wird die Webapp über den Browser und ist somit sofort und ohne Umweg über einen Appstore verfügbar. Damit können sehr gut mobile Suchanfragen via Google oder Zugriffe über QR-Codes bedient werden - etwa für die Akquise mobiler Neukunden.

Native Apps für iOS oder Android dagegen sind besser für Bestandskundenpflege und -bindung geeignet. Ein typisches Beispiel ist der Versand von Push-Nachrichten, um auf aktuelle Aktionen oder Angebote hinzuweisen. Diese kurzen Nachrichten im Stil einer SMS erreichen den mobilen Kunden auch dann, wenn die App gerade nicht aktiv ist.

Einstieg in die App-Economy

Der App-Baukasten des Wuppertaler Unternehmens MC-Informatik richtet sich an mittelständische Unternehmen, denen der Einstieg in die App-Economy besonders leicht gemacht werden soll. Dazu wurde das mehrfach von der Initative Mittelstand ausgezeichnete Content Management System Magic-Objects erweitert, so dass sich verkaufsfähige Apps für Android, iOS, Blackberry und Windows Phone gestalten lassen.

Das Unternehmen übernimmt die Registrierung der Apps in den verschiedenen Stores und testet sie auf unterschiedlichen Smartphones und Tablets. "Unsere Kunden haben dadurch die Möglichkeit, mit nur einem System sowohl Homepage, Newsletter als auch App zu erstellen und brauchen sich nicht mit der dahinter stehenden Technik herumschlagen" erläutert Frank Chabrié, Inhaber von MC-Informatik.

Die Präsentation von Inhalten ist ebenfalls der Schwerpunkt des Baukastensystems AppTitan der Coesfelder opwoco GmbH. Der Nutzer des Baukastens kann zwischen zahlreichen Modulen wie Facebook, Twitter, Youtube, Bildergalerie, News, PDF oder Anfahrt wählen. Sie lassen sich völlig freu und in beliebiger Anzahl kombinieren.

"Unser Ziel war es ein System zu entwickeln, mit dem der Kunde seine App in nur wenigen Minuten erstellen kann", sagt Geschäftsführer Patrick Bröckers. "Wir können unseren Kunden jetzt eine App zu einem absolut einmaligen Preis-Leistungsverhältnis anbieten. Wer Word bedienen kann, könnte mit unserer Software appTITAN auch eine App erstellen."

Prototyping und Profisysteme

Wer mit den Möglichkeiten eines Baukastens nicht zufrieden ist, ist nicht ausschließlich auf individuelle Programmierung angewiesen. Einen Mittelweg verfolgt das Baukastensystem “Pidoco Mobile Edition”: Es ist eine mobile Prototyping-Lösung, mit der sich in kürzester Zeit interaktive Prototypen zusammenstellen und auf Smartphones und Tablets simulieren lassen.

Auch dieses System ist preisgekrönt: Die Berliner Pidoco GmbH hat dafür den begehrten Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand in der Kategorie Mobile gewonnen. Überzeugen konnte das System mit einer leichten Bedienbarkeit und der Möglichkeit, Ideen schnell in interaktiver Form zu visualisieren. Die Besonderheit: Es sind keine Programmierkenntnisse nötig. Dadurch arbeiten selbst Nicht-Techniker mühelos mit der Anwendung.

Eine andere Zielgruppe hat der AppBaker: Er richtet sich an Webentwickler, die professionelle iOS-Apps gestalten wollen und sich dabei deutlich mehr Flexibilität wünschen. Die Basis-Funktionen entsprechen denen anderer Baukastensysteme: Mit Standardmodulen wie RSS-Feeds, Galerien für Audio, Video und Photos sowie ortsbasierten Anwendungen bauen die Nutzer ihre Apps in einem Contenmanagement-System zusammen.

Entwickler können außerdem eigene HTML5-Module einbinden und auf diverse Social-Funktionen sowie die iPhone-Hardware zugreifen. Damit die fertige App auch im Store auftaucht, ist allerdings ein eigenes Entwicklerkonto nötig. Tests werden mit einem speziellen AppBaker-Player ausgeführt.

Bildquelle: Sabine Schmidt  / pixelio.de

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