So verteilen sich die Android-Versionen auf den Geräten
Achtung, eine Vorlage für das Marketing: Die Android-Version 4.0 ist ein gigantischer Erfolg, denn seit Februar hat sich ihre Installationsbasis beinahe verdreifacht. Und jetzt die Realität: Die "Ice Cream Sandwich" getaufte 4er-Version ist damit auf gut 2,9 Prozent der genutzten Geräte vorhanden. Das ist nichts, verglichen mit den 63 Prozent für die Gingerbread-Version 2.3.
Interessant ist auch der Anteil der längst überholten 2er-Versionen Eclair und Froyo. Hier scheinen entweder die Anwender oder die Gerätehersteller die Systeme nicht aktualisieren zu wollen. Dadurch ist der Android-Markt sehr stark fragmentiert. Es macht für Programmierer wenig Sinn, exklusiv für 4.0 zu entwickeln. Wer seine Anwenderbasis nicht grundlos schmälern will, muss immer die Lauffähigkeit auf älteren Versionen berücksichtigen.
Vermutlich wird sich die Situation auch nicht so bald verbessern, da viele Hersteller die Updates wohl erst im zweiten oder dritten Quartal ausrollen. Doch für den Sommer plant Google angeblich die noch neuere Version Android 5.0 "Jelly Bean". Dadurch könnte sich der Markt noch weiter zersplittern und zu einem Albtraum für Entwickler werden.
Die Frage lautet: Warum dauern die Aktualisierungen so lange und warum bringen Hersteller immer noch so viele Geräte mit Android 2.3 heraus? Offensichtlich ist es nicht so einfach, Android 4.0 ans Laufen zu bekommen. Samsung zum Beispiel hat Schwierigkeiten mit seiner neuen Tablet-Reihe und kann sie nur verzögert ausliefern.
Andere Hersteller scheinen ebenfalls mit Android zu kämpfen. Sehr deutliche Worte kommen von Sony-Entwicklern. Sie kritisieren vor allem den Ressourcenhunger des Systems, der auf weniger gut ausgestatteten Smartphones zu Problemen führen kann.
Die etwas verklausulierten Erklärungen laufen auf eine klare Aussage hinaus: Geräte ohne Dualcore-Prozessor und weniger als ein Gigabyte RAM sollten sicherheitshalber mit Android 2.3x betrieben werden. Dahinter versteckt sich vermutlich der Grund für die zögerliche Update-Politik. Ein gut ausgestattetes Smartphone von 2011 kann unter Android 4.0 schnell in die Knie gehen, von einem noch älteren Gerät ganz abgesehen.
Offensichtlich lässt sich die 4er-Version nicht ausreichend verschlanken. Die Aussage von Sony zu Android 2.3 ist ein kräftiger Wink mit dem Zaunpfahl: "It's not a bad idea to stay on this release."
Bildquelle: Google / Android Developers Website