Bald nur noch auf Tablets: Die Modern UI?
Die neue Windows-Version hat den "Nome de Guerre" Treshold, soll aber wirklich Windows 9 heißen. Zumindest weist die versehentliche Ankündigung von Microsoft China daraufhin. Erscheinen wird es wohl im April 2015. Aber bereits am 30. September kommt eine "Technology Preview". Die wird dann jeden Monat mit Updates versorgt, bis ihr Funktionsumfang dem "Final Release" entspricht.
Kurze Update-Zyklen
Danach soll es in diesem Stil weitergehen, Windows 9 wird in Zukunft monatlich aktualisiert. Dabei werden nicht nur wie bisher Security-Fixes ausgerollt, sondern auch neue Funktionen. Toll, aber schade für die Sysadmins. Die müssen nämlich jetzt einmal im Monat ein Release zusammenstricken, wenn alle Nutzer den aktuellen Systemzustand haben sollen.
Aber: Die Enterprise-Version von Windows 9 könnte eine Möglichkeit haben, diese Update-Funktion zu entfernen. Dadurch können die IT-Organisationen sich intern auf Update-Zyklen einigen, bei denen die Desktop-Rechner in größeren Abständen mit dem jeweils aktuellen Systemstand betankt werden.
Die im Appleschen Sinne awesomeste Neuerung wird die Wiederauferstehung des Startmenüs sein. Jede Wette, das anschließend eine mindestens halbjährige Dauernörgelei der Fans der Modern UI kommt, die Microsoft angesichts dieses Rückschritts den baldigen Untergang prophezeien.
Windows 9 wird vermutlich in zwei verschiedenen Varianten erscheinen: Für Tablets und für Desktops. Die Tablet-Variante wird wohl ohne Desktop und nur mit Modern UI kommen, die Desktop-Version dagegen ohne Startbildschirm.
Es ist nicht ganz klar, ob die Tablet-Version nur für x86/x64-Tablets geeignet sein wird. Sie wird aber durch den Verzicht auf den Desktop sowie die Win32-Anwendungen nur für die App-Welt der Modern UI ausgelegt sein.
Ebenso wenig klar ist, wie Microsoft das neue System auf den in großer Zahl erschienenen Hybrid-Rechnern (Tablet/Ultrabook) positioniert. Hier ist sowohl die Moderne UI als auch der klassischen Desktop sinnvoll, aber jeweils nur in der entsprechenden Hardwarekonfiguration.
Windows Phone und RT wachsen zusammen
Für Geräte mit der ARM-Prozessorfamilie könnte es kein getrenntes Windows RT 9 mehr geben: Microsoft-CEO Satya Nadella hat bestätigt, dass zunächst Windows Phone und Windows RT zusammenwachsen sollen. Diese integrierte Variante wird dann wohl auf allen ARM-Geräten laufen - ganz gleich, ob es sich um ein Smartphone, ein Tablet oder etwas dazwischen handelt.
In der Desktop-Version übernimmt das Startmenü alle Aufgaben des Startbildschirms. Apps dürften wohl auch auf der Desktop-Version in Fenstern laufen, wie das einige geleakte Alphas zeigten - zumindest wäre Microsoft gut beraten, hier keine Einschränkungen vorzusehen.
Für die Modern UI werden interaktive Live-Kacheln eingeführt, die in etwa dem entsprechen, was Android als Widget kennt. Die Charmsbar wird abgeschafft und durch App-interne Funktionen ersetzt. Außerdem wird es ein Windows-Phone-artiges Benachrichtigungscenter geben und der Sprachassistent Cortana wird auch in das neue Windows integriert.
Trotz dieser beeindruckenden Liste an Leaks, Gerüchten und von Microsoft irgendwann, irgendwie angekündigten Funktionen und Neuerungen: Es sind noch viele Überraschungen möglich. So stehen noch Office-Apps für die Modern UI aus und auch bei den bisher von Microsoft präsentierten Apps ist teilweise noch Luft nach oben.
Auch die Technologie des klassischen Desktop-Windows ist durchaus noch erweiterungsbedürftig. Windows 8/8.1 Pro haben da schon die Richtung angezeigt. So zum Beispiel ist der Systemstart schon beeindruckend flott, kann aber durch den Einsatz von Altsoftware aus den Zeiten von Windows 7 immer noch ganz schön ausgedehnt werden.
Auch bei den Themen Cloud, Virtualisierung und Hardware-Support gibt es durchaus noch Bedarf an Verbesserungen und Ergänzungen. Die Monatsupdates in dem halben Jahr bis zum derzeit angepeilten Erscheinungstermin von Windows 9 werden sicher interessant.
Bildquelle: Microsoft