Im Labyrinth der Designkonzepte
Wetter-Apps gibt es für alle Mobilbetriebssysteme wie Sand am Meer. Eigentlich erstaunlich, denn eine Wetteranzeige ist zum Beispiel in das weit verbreitete Android schon eingebaut. Trotzdem: Wetter-Apps florieren.
Eine recht populäre und von der Stiftung Warentest für “Gut” befundene App ist die von Wetter.info, die in Zusammenarbeit mit der Telekom entstand. Die App ist außerdem sehr funktional und übersichtlich, obwohl die Benutzeroberfläche ein wenig altbacken wirkt.
Das dachte sich auch die Telekom und hat mit großem Aplomb eine Version 2.0 entwickelt - zunächst nur für iOS und mit einem modern wirkenden Layout, neuer Grafik und anders aufgebauten Funktionen. Alles Super? Nein, die neue Gestaltung war eine Katastrophe, wenn man sich die Nutzerbewertungen auf iTunes anschaut.
Neben lösbaren Problemen mit der Aktualisierung vermissten die Nutzer häufig die fehlende Möglichkeit, die Tagesentwicklung und die Prognose der nächsten fünf Tage auf einen Blick und mit nur einem Touch anzusehen. Die neue Gestaltung zwang die Nutzer dazu, ziemlich viel herumzutippen und den Inhalt des Displays hin- und herzuschieben, um eine wenig komplexe Aufgabe zu erfüllen: Den Wetterbricht schauen.
Offensichtlich haben die Entwickler sich durch ein Designkonzept aus der Kurve tragen lassen und dabei die “Usability” aus den Augen verloren. Die ist nämlich immer relativ zu den Bedürfnissen der Anwender, bei einer Wetter-App ist das die schnelle “Auf-einen-Blick-Information”. Immerhin: Die Telekom hat rasch reagiert und eine leicht überarbeitete Altversion als Version 2.1 auf den Markt gebracht - im vielgebliebten alten Layout.
Was können App-Entwickler daraus lernen? Die Nutzerbedürfnisse sind entscheidend. Sie fordern im Unterschied zu dem, was Interfacedesigner häufig glauben, häufig nicht unbedingt eine hip und cool wirkende Oberfläche. Sie fordern eine unkomplizierte und übersichtliche Bedienung, die dem Zweck angemessen ist.
Bildquelle: Henning Hraban Ramm / pixelio.de