App-Vermarktung

Apps erfolgreich lokalisieren

Die meisten Nutzer mobiler Endgeräte bevorzugen eine App-Oberfläche in ihrer Muttersprache. Weil viele Applikationen trotzdem ausschließlich auf Englisch angeboten werden, ist die Lokalisierung eine Chance, um weltweit ein noch größeres Publikum zu erreichen. Der Einsatz einer entsprechenden Übersetzungsmanagementsoftware hilft, Apps qualitätsgesichert zu übersetzen.

Der entscheidende Aspekt bei der App-Lokalisierung ist eine gute Übersetzung, die – neben korrektem Sprachgebrauch – auch die Gewohnheiten der Zielgruppe, die Leserichtung sowie kulturelle Gegebenheiten berücksichtigt. Beispielsweise werden bestimmte Begriffe und Formulierungen in verschiedenen Ausprägungen einer Sprache unterschiedlich verwendet. Es geht dabei jedoch nicht nur um die Texte, sondern auch um die verwendeten Symbole. Das in Europa bzw. Amerika beliebte „Daumen hoch“-Symbol wird beispielsweise in Australien vielfach als Beleidigung angesehen. Hinzu kommt, dass durch die Übersetzung von Texten deren Länge variiert. Der deutsche Begriff „Kopieren“ beansprucht im Vergleich zum englischen „Copy“ mehr Platz. Die grafische Oberfläche muss dementsprechend angepasst werden. Was die Berücksichtigung kultureller Gegebenheit betrifft, so lässt sich dies beispielsweise bei einer Sport-App gut darstellen. Während in Europa eine Fußball-App gute Absatzchancen hat, ist in den USA vielleicht eher eine Baseball-App erfolgreich. Anbieter von Apps sollten also, bevor sie ihre App lokalisieren, die Zielgruppenstrukturen und die relevante Reichweite in den Zielländern prüfen.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, gilt es, geeignete Übersetzer für die jeweiligen Zielsprachen zu finden. Manche Sprachen können vielleicht unternehmensintern oder über Landesgesellschaften abgedeckt werden, andere Übersetzungsaufträge werden an Dienstleister und von dort an freiberufliche Übersetzer vergeben. In jedem Fall gibt es viele Akteure, die mit der Lokalisierung von Apps beschäftigt sind oder auf die entsprechenden Ressourcen zugreifen können sollen. Mit der Einführung einer Übersetzungsmanagementsoftware wird eine Plattform für alle Sprachressourcen und Übersetzungsprozesse geschaffen, über die sich alle Beteiligten abstimmen, austauschen oder koordinieren. Diese Vielfalt an Aufgaben stellt hohe Anforderungen an die Software, die dieses durch entsprechende Zugangsarten, ein ausdifferenziertes System von Rechten und Profilen sowie zuverlässige Sicherheitsmechanismen erfüllen sollte.

Einheitlichkeit erreichen

Der Einsatz einer Übersetzungsmanagementsoftware sorgt aber vor allen Dingen für konsistente Texte und einen hohen Wiederverwendungsgrad bereits übersetzter Texteinheiten. Grundlage dafür bilden ein integriertes Translation Memory sowie ein Terminologiesystem. Ein Translation Memory ist eine relationale Datenbank, in der Quelltextsätze mit ihren Übersetzungen als Paare hinterlegt sind. Damit ermöglicht es nicht nur die Wiederverwendung bereits übersetzter Textstellen, sondern dient auch als Grundlage für Autoren bei der konsistenten Erstellung eines Quelltextes und als Basis für die Qualitätssicherung von etwa Übersetzungen.

In einem Terminologiesystem wiederum sind alle den gleichen Begriff betreffenden Einträge übersichtlich zusammengestellt, sodass die infrage kommenden Terme auf einen Blick ersichtlich sind. Damit ist eine einheitliche Verwendung von Begriffen gewährleistet. Über die konsequente unternehmensweite Nutzung der hinterlegten Begriffe lässt sich eine konsistente Firmenterminologie als Teil der Corporate Identity durchsetzen. Darüber hinaus müssen Begriffe mit der vermeintlich selben Bedeutung nicht unnötig übersetzt werden. So sollte z.B. eine „Anwendung“ konsequent auch als solche bezeichnet werden, und nicht einmal als „Applikation“, einmal als „Software“. Ein kleines Rechenbeispiel veranschaulicht den daraus entstehenden Mehraufwand: Beinhaltet beispielsweise eine App konsequent einen Term und soll diese in fünf Sprachen zur Verfügung gestellt werden, so bedeutet dies, dass dieser exakt fünfmal übersetzt werden muss. Wurden drei unterschiedliche genutzt, sind es bereits 15 Übersetzungen.

Doch nicht nur bei der einmaligen Lokalisierung einer App leisten Übersetzungsmanagementlösungen wertvolle Dienste, sondern auch bei den Aktualisierungen. Über eine Filterfunktion zeigen sie an, welche Passagen sich verändert haben oder neu hinzugekommen sind. Somit werden identische Textstellen nicht erneut übersetzt, was Redundanzen und somit zusätzlichen Aufwand vermeidet. Wird solch ein System mit einem Content-Management-System (CMS) verknüpft, kann darüber sogar die Lokalisierung des gesamten Webauftritts eines Unternehmens abgebildet werden.

Im Ergebnis arbeiten alle Beteiligten, intern wie extern, auf Basis einheitlicher, zentral hinterlegter Sprachressourcen und erzielen so konsistentere Inhalte in kürzerer Zeit für weniger Geld.

Bildquelle: iStockphoto.com/TommL

 

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