Mittelstand macht Geschäftsprozesse mobil

Apps sind unternehmenskritische Allzweckwerkzeuge

Im deutschen Mittelstand beschäftigen sich immer mehr Firmen intensiv und konkret mit der Mobilisierung ihrer Geschäftsprozesse. App-Entwicklung ist in diesem Zusammenhang ein gefragtes Thema.

  • Dominik Ueblacker, Weptun
  • „Mobile- und Desktopanwendungen unterscheiden sich deutlich. Wer Konzept und Layout eins zu eins übertragen will, wird scheitern“, Dominik Ueblacker, Weptun.

„In Gesprächen, die wir mit Interessenten führen, wird allerdings deutlich: App-Entwickler haben immer noch die Rolle eines ‚Trusted Advisors‘. Der Mehrheit der Firmen fehlt eine klare Vorstellung davon, wo die Möglichkeiten und Grenzen von Apps liegen und was eine App-Entwicklung kostet“, skizziert Dominik Ueblacker, Geschäftsführer Vertrieb & Marketing beim Münchner Mobility-Spezialisten Weptun die aktuelle Situation.  

Rund 50 Prozent der Projektanfragen erhält sein Unternehmen mittlerweile aus dem Mittelstand, Großunternehmen sind mit 30 Prozent, Start-ups mit 20 Prozent vertreten. Hinsichtlich der Motivlage der genannten Gruppen gibt es deutliche Unterschiede. Während Start-ups in der Regel per App ihre mobilen Geschäftsmodelle umsetzen möchten, ist das Anwendungsspektrum in Großunternehmen breit gefächert und reicht von B2C- und B2B2C-Modellen bis hin zu rein unternehmensintern genutzten Apps. Im Mittelstand hingegen geht es pragmatisch fast immer darum, Geschäftsprozesse mobiler zu machen. „Meist wird die Mitarbeiteranbindung an klassische Unternehmensanwendungen wie ERP oder CRM anvisiert“, erklärt Ueblacker. Der allgemein zunehmende Einfluss der Fachabteilungen auf IT-Investitionsprozesse ist im Bereich „Mobile“ besonders ausgeprägt. Nach seiner Erfahrung sind 60 Prozent der App-Projekte von Fachabteilungen initiiert, nur 15 Prozent von CTOs und 25 Prozent werden auf Vorstandsebene angestoßen.

Apps sind unternehmenskritische Anwendungen

„Die Mehrheit der Kunden hat allerdings noch nicht erkannt, dass Apps den Stellenwert unternehmenskritischer Anwendungen haben können und sollten“, erklärt Dr. Wolfgang Maison, der sich gemeinsam mit Dominik Ueblacker die Weptun-Geschäftsführung teilt. Nach seinen Worten werden das Projektmanagement und der technische Aufwand einer App-Entwicklung oft unterschätzt. App-Projekte sind laut Maison aufwendiger, als Kunden denken und oft zu zahlen bereit sind. Mit 20.000 bis 30.000 Euro schlagen die Kosten für die Entwicklung einer „mittelaufwendigen“ App zu Buche.

Aus Branchensicht zählen neben Softwareherstellern, die Apps für ihre eigenen Applikationen entwickeln lassen, Versicherungen, große IT-Konzerne und der Automotive-Sektor zu den treibenden Kräften. Andere Industriezweige, aber auch Zulieferer und der Handel treten aus Weptun-Sicht bisher nur selten in Erscheinung. Einen Grund sieht Ueblacker darin, dass es aktuell nur wenige Standards gibt. Falls Unternehmen über eine eigene IT-Abteilung mit Software-Entwicklungserfahrung verfügen, kann es nach seinen Angaben im Einzelfall durchaus Sinn machen, selbst zu entwickeln. „Dabei sollten die Unternehmen allerdings keine native Entwicklung auf Basis von Software Development Kits (SDKs) anstreben, sondern vorhandene App-Entwicklungsplattformen wie AppCelerator, PhoneGap oder das von Weptun konzipierte AppConKit nutzen“, empfiehlt Ueblacker.

www.weptun.de

Bildquelle: Thinkstock/ Wavebreak Media

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