App fürs Fernsehen

Auf dem richtigen Weg

Interview mit Alexander Pfeiffer, zuständiger Onlineredakteur des ZDF, über die Entwicklung einer mobilen Anwendung für die Zuschauer von „Wetten, dass..?“ und welchen Nutzen diese daraus ziehen können

Alexander Pfeiffer, zuständiger Onlineredakteur des ZDF

Herr Pfeiffer, für die „Wetten, dass..?“-Ausstrahlung am 8. Dezember 2012 ließ das ZDF eine begleitende Webanwendung für Smartphones umsetzen. Welche Motivation steckte dahinter?
Alexander Pfeiffer:
Als Show bietet „Wetten, dass..?“ die ideale Grundlage für eine 2nd-Screen-Anwendung. Bei vielen Elementen der Show können wir dem Zuschauer einen Mehrwert bieten und ihn natürlich auch mit abstimmen lassen, ob z.B. ein Kandidat seine Wette schafft oder nicht. Somit binden wir ihn noch stärker in die Show ein.

Vor welchem Hintergrund haben Sie sich für Moccu als Dienstleister entschieden?
Pfeiffer:
Wir haben bereits vor „Wetten, dass..?“ mit Moccu an verschiedenen Projekten zusammen- gearbeitet. Mit „Die letzte Spur Berlin“ konnten wir beispielsweise beide wertvolle Erfahrungen im Bereich 2nd Screen sammeln, die dann direkt in die Entwicklung von „Wetten, dass..?“ einflossen. Daher war die Zusammenarbeit mit jenem Dienstleister der logische Schritt.

Inwiefern waren Sie als Auftraggeber in die Entwicklung eingebunden?
Pfeiffer:
Die Idee zur „Wetten, dass..?“-Anwendung entstand innerhalb der Redaktion in einem frühen Stadium, als beim ZDF über die Weiterentwicklung der Show gesprochen wurde. Die letztendliche Entwicklung der Anwendung erfolgte in enger Absprache mit dem Dienstleister, da wir an mehreren Stellen bestehende ZDF-Systeme in die App eingebunden haben. Angefangen vom Telefon-Voting für den Wettkönig bis hin zu den einzelnen Content-Elementen der App, die die Redaktion nun bei jeder Show mit Leben füllen. Außerdem haben wir von Anfang an zusammen mit Moccu auch die Workflows definiert, die es braucht, bis z.B. ein Video vom Dreh über den Schnitt bis hin in die Anwendung gelangt. Da wir möglichst zeitnah an der Show sein wollen, galt es, das System auch für die Redaktion schnell und einfach zu gestalten.

Bei der Mobile-Anwendung soll es sich um keine klassische App handeln. Warum?
Pfeiffer:
Zunächst einmal bedeutet eine native App mehr Aufwand, wenn man einen möglichst großen Nutzerkreis erreichen möchte. Vor diesem Hintergrund haben wir uns dazu entschlossen, die Anwendung webbasiert aufzusetzen. Damit erreichen wir sowohl die mobilen User als auch die klassischen Nutzer auf Laptops. Die Anwendung kann von jedem sofort über die Webadresse genutzt und ausprobiert werden, ohne sich etwas installieren zu müssen. Ist man erst einmal im Angebot drin, fühlt es sich dank HTML5 wie eine native App an.

Welches Feedback haben Sie bisher von den TV-Zuschauern bezüglich der Anwendung erhalten?
Pfeiffer:
Bei der ersten Sendung von Markus Lanz war das Echo zweigeteilt. Da gab es zum einen Nutzer, die das Thema 2nd Screen generell spannend fanden, aber „Wetten, dass..?“ selbst eher skeptisch gegenüberstanden. Von diesen Nutzern haben wir nicht jeden überzeugen können. Schließlich erfinden wir mit unserer Anwendung die Sendung nicht neu, sondern verlängern das Format ins Netz. Viel spannender waren für uns von Anfang an die Fans der Show, die sich die Zeit während der Sendung in unserer Anwendung vertreiben. Dort haben wir viel positives Feedback erhalten. Natürlich gab es auch viele Verbesserungsvorschläge zum Chat und dem Wettkönig-Voting, die wir bereits zur zweiten und dritten Sendung in einem Update behoben haben. Da die Nutzerzahlen steigen, sehen wir uns auf dem richtigen Weg.

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