Apps boomen, doch betrifft das auch die Erlöse? Die Frage, ob sich mit Apps Geld verdienen lässt, treibt schon seit geraumer Zeit viele Entwickler um. Es handelt sich ganz offensichtlich um einen interessanten Markt, denn nach einer aktuellen Studie von Juniper Research sollen die Umsätze der Appstores in den nächsten Jahren auf 75 Milliarden Dollar pro Jahr anwachsen.
Ein Blick auf die Details fördert interessante Erkenntnisse zu Tage: Der App Store von Apple ist für Entwickler deutlich ertragreicher als Google Play. Aber Android holt auf: Etwa 27 Prozent der gesamten App-Umsätze werden mit Android gemacht. Und In-App-Käufe erzeugen immer mehr Einnahmen: Etwa drei Viertel der Umsätze sollen laut Juniper Research in Zukunft daraus kommen.
Doch die Gesamtumsätze sagen nichts darüber aus, wie sich der Geldsegen auf die einzelnen Entwickler verteilt. Die Zahlen des Marktforschers Canalys zeigt am Beispiel von iOS-Apps eine besonders spitze Verteilung: Der größte Umsatzanteil fällt auf die Apps mit den größten Download-Zahlen. Die 25 größten Entwickler spielen gut die Hälfte des Geldes sein.
Außerdem gehören zu diesen “Top 25“ mit nur einer Ausnahme (Streamingdienst Pandora) ausschließlich Spielentwickler. Allerdings: Die Bezeichnung “Entwickler” für die Umsatzspitzenreiter ist eigentlich eine irreführende Verniedlichung: Zynga, Electronic Arts, Gameloft und andere sind keine Freelancer, sondern große Unternehmen.
Wer hat, dem wird gegeben? Ja, aber diese Entwicklung schwächt sich langsam ab. So konzentrierten sich 2010 etwa 28 Prozent des Umsatzes in App Store und Google Play auf die 25 Spitzenplätze, 2012 waren es nur noch 15 Prozent. Der berühmte ”Long Tail”, also die spezialisierten, weniger populären Apps holen auf.
Trotzdem ist der Umsatz des durchschnittlichen Einzelentwicklers einer weniger begehrten Consumer-App kaum zufriedenstellend. Da dürfte es besser sein, das Geschäftsmodell in Richtung Auftragsprogrammierung zu erweitern oder gleich ein entsprechendes Unternehmen zu gründen.
Denn nach einer aktuellen Studie des Branchendienstes iBusiness lassen sich mit Apps durchaus beeindruckende Umsätze erzielen. So liegt der Preis für die Entwicklung einer durchschnittlichen App ohne spezielles Backend und mit Standardkomponenten im Mittel bei etwa 13.400 Euro. Komplexe Apps mit eigenem Backend und aufwendiger Benutzeroberfläche kosten durchschnittlich schon mehr als 48.000 Euro.
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