Peter Nowak, Microsoft MVP für windows Phone Development
Herr Nowak, wie schätzen Sie Windows 8 und seinen kleinen Bruder Windows Phone 8 ein – als eine Chance für die App-Economy oder eher als angekündigten Flop?
Peter Nowak: Als eine große Chance, denn es gibt nun die Möglichkeit eines „Ökosystems“, das die Vorteile der bestehenden Systeme kombiniert. Die starken Restriktionen in der Apple-Welt bieten hohe Sicherheit, während die Gerätevielfalt von Android für eine breite Hardwarebasis sorgt. Microsoft hat dabei aus vergangenen Fehlern gelernt. So erzeugt es durch recht strenge Hardwarekriterien eine größere Einheitlichkeit. Die eigenen Surface-Tablets sind außerdem eine Benchmark für die OEM-Hersteller.
Welche Vorteile sehen Sie bei der Metro-Oberfläche gegenüber den anderen Systemen?
Nowak: Ein wichtiger Vorteil ist die berühmte Abwärtskompatibilität. Es gibt eine unglaubliche Menge an Windows-Anwendungen, die unverändert auch auf Windows 8 weiterlaufen – sogar auf dem Tablet, wenn ein x86/x64-System genutzt wird. Ein weiterer Vorteil ist die Anbindung an die Microsoft-Cloud. Das lokale Benutzerkonto lässt sich einfach mit der Cloud verknüpfen. Dadurch sind alle Einstellungen und Daten des Anwenders auf allen Geräten vorhanden – z.B. Desktop, Tablet und Smartphone.
Aber für einen Erfolg von Microsoft sind die Businessanwender ebenfalls entscheidend. Auf welche Weise profitieren sie von Windows 8?
Nowak: In Unternehmen bringen Windows 8 und die auf allen Gerätetypen verfügbare Metro-Oberfläche enorme Vorteile. Erstens gibt es nun eine einheitlich zu verwaltende Gerätebasis und andererseits neue Möglichkeiten für Business-Apps. Die meisten bisherigen Businessanwendungen besitzen eine enorme Komplexität – siehe die marktgängigen ERP-Systeme. Hier wäre eine deutliche Reduktion notwendig. Oft reicht ein Basismodul, das nur den aktuellen Status eines Prozesses mitteilt. Metro-Apps sind eher geeignet, die Businessanwender nur mit einem spezifischen Szenario zu unterstützen. Ein dritter Vorteil betrifft das IT-Management. Da Apps mit dem vorgefertigten Enterprise Store verteilt und später auch aktualisiert werden, können manche Unternehmen sicher auf Zusatzsoftware für Anwendungs- und Patch-Management verzichten – die IT-Kosten sinken.