App-Programmierung

BA vergibt Bildungsgutscheine

Interview mit Paul Ebsen von der Pressestelle der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit

Paul Ebsen, BA

Paul Ebsen, Pressestelle der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit

Herr Ebsen, wie hat sich das Stellenangebot für Mobile-App-Entwickler in der letzten Zeit verändert? Und umgekehrt: Wie sieht die Personalsituation für Unternehmen aus, die gerne App-Programmierer einstellen würden?
Paul Ebsen: Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Stellenangebot – sowohl beim Zugang als auch beim Bestand – geringfügig verschlechtert. Derzeit sind rund 3.000 Stellen und 5.000 arbeitslose Software-Entwickler sowie Programmierer bei den Agenturen für Arbeit gemeldet. Der rückläufige Trend bei den Stellenmeldungen ist möglicherweise auch darauf zurückzuführen, dass es auch unter den Arbeitslosen immer schwieriger wird, die geeigneten Personen (mit einer entsprechenden Ausbildung) dafür zu finden.

In welchen Bundesländer oder Regionen finden Unternehmen am ehesten neue Mitarbeiter zur Umsetzung ihrer Mobility-Strategie?
Ebsen:
Derzeit sieht es im Saarland, in Berlin, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz noch sehr gut aus. Hier sind gegenüber dem Vorjahr überdurschschnittlich viele Arbeitskräfte mit Informatikberufen gesucht worden. Bis auf Nordrhein-Westfalen ist in den übrigen Bundesländern eine stärkere Nachfrage als im vergangenen Jahr zu erkennen.

Welche Fähigkeiten bzw. Qualifikationen werden seitens der Unternehmen vor allem nachgefragt? Welche sind eher zu vernachlässigen?
Ebsen: Am häufigsten wird ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der (Wirtschafts-)Informatik oder eine ähnliche Ausbildung vorausgesetzt. Daneben sollte im Profil auch bereits eine entsprechende Erfahrung für iOS/iPhone/iPad, Android oder Windows Phone vorhanden sein. Meist sind die Stellen sehr spezifisch ausgeschrieben. Jeder kann sich selbst auf der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ein Bild davon machen.



Wie ist es in Deutschland aktuell um die Ausbildung von Mobility-Spezialisten – insbesondere von App-Entwicklern – bestellt? Welche Weiterbildungsmaßnahmen bieten Sie in diesem Bereich an?
Ebsen: Die Programmierung von Apps ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine langfristige Entwicklung in der Bereitstellung von Anwendungen und Informationen. Deshalb ist das Angebot an Weiterbildungen stark angestiegen, wie man beispielsweise im „Kursnet“ der Bundesagentur für Arbeit sehen kann. Teilweise sind diese Kurse bereits zertifiziert und können mit einem Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit gefördert werden.

Mit welchem Einstiegsgehalt können App-Entwickler heute durchschnittlich rechnen? Wie viel können Spezialisten mit langjähriger Berufserfahrung verdienen?

Ebsen: Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise 2.932 bis 3.315 Euro im Monat betragen. Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt. (Quelle: Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen; weitere Informationen dazu im Lohnspiegel.de)

Was halten Sie von der vergangenen Sommer eingeführten „Blue Card“ – eher heiße Luft oder ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel?
Ebsen: Detaillierte Ergebnisse liegen uns noch nicht vor, jedoch sind wir davon überzeugt, dass die „Blue Card“ mittel- bis langfristig zur Minderung des Fachkräftemangels beitragen wird. Schon alleine der erleichterte Zuzug von Familienmitgliedern trägt wesentlich zur Entscheidungsfindung bei.

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