Software für die Lieferkette

BI für mobile Logistik

Ein besserer Durchblick in der Logistik wirkt sich auch auf die angrenzenden Prozesse aus. Dies ist der Grund dafür, dass immer mehr Unternehmen über mobile Business Intelligence in der Lieferkette nachdenken.

mobile BI

Für besseren Durchblick in der Logistik sorgt mobile BI

Bleibt die Aufgabe zu meistern, diese Systeme mit der bestehenden IT zu verknüpfen.

Christian Kamuf, Geschäftsführer der Mobisys GmbH, bringt es auf den Punkt: „Mit aktuellen Zahlen, die sich mittels mobiler Datenerfassung erschließen lassen, können durch ausgeklügelte Auswertungen auf BI-Seite Schwachstellen aufgedeckt und durch entsprechende Anpassung der Organisation und der Abläufe eliminiert werden.“ Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die angrenzende IT die erfassten Daten auch aufnehmen kann und somit Folgeprozesse angestoßen werden. Dementsprechend ist laut Jakob Wößner von Mieschke Hofmann und Partner die Erweiterung der bestehenden Prozesse um mobile Bestandteile mit einem hohen Aufwand verbunden. „Denn nüchtern betrachtet bedeutet jedes neue mobile Endgerät auch ein neues Frontend.“

Wie immer bei der Integration von Endgeräten und IT-Komponenten erfordert auch hier die Erstellung der Schnittstellen die größte Aufmerksamkeit der Anwender. Die technologische Basis dafür ist laut Emil Pfrang von Acteos in den meisten Fällen gegeben. Er bemängelt aber, dass der anwenderseitige Nutzen häufig über die Kosteneinsparung definiert werde. Dies sei zwar aus der betriebswirtschaftlichen Sichtweise das Hauptkriterium beim Einsatz einer IT-Lösung. Vergessen werde jedoch die gewonnene Transparenz und die gesteigerte Qualität, die monetär auf den ersten Blick nicht so einfach zu bemessen sei und erst langfristig voll zur Geltung komme. „Neben der Optimierung der Beschaffungszeiten kann mit diesem Hilfsmittel der Lagerbestand und damit die Kapitalbindung signifikant verringert werden“, fügt Pfrang hinzu.

Alles nur Routine?

Wer in der Vergangenheit seine Schnittstellen sauber gehalten habe, für den sei die Integration mobiler Endgeräte eine Routineaktion. Dabei sei aber auf alle Fälle ein zentraler BI-Ansatz zu bevorzugen. Und das nicht  nur technologisch. BI wird laut Gottfried Egger von der Wassermann AG meist falsch eingesetzt, weil fast keine Kennzahlen prozessübergreifend definiert sind und daher immer nur ein lokales Hoch gemessen werden könne. Die gesamte Lieferkette habe kaum jemand im Auge. Genau das muss aber das Ziel sein: Eine mobile Lösung muss auch und vor allem den Unternehmensverantwortlichen abteilungsübergreifend Informationen liefern, damit diese auf Basis von Bestandsanalysen Prognosen aufstellen können. Diese Informationen lassen sich auch mittels spezieller Apps auf Smartphones darstellen. Im Lager- und Logistikumfeld selbst weisen die Geräte der iPhone-Generation allerdings noch beschränkte, aber wachsende Einsatzfelder auf. „Smartphones sind zur Zeit noch nicht industrietauglich – sie sind eher für das mittlere und obere Management vorgesehen“, sagt Gottfried Egger, wobei auch die Meister einzelner Produktionslinien bereits mit Smartphones arbeiten. Und Leogistics-Geschäftsführer Andre Käber ergänzt, dass Smartphones eine günstige Alternative zu Industrie-Handhelds sein können, wenn sie in Bereichen mit einheitlichen Standards genutzt würden. Wenn man beispielsweise mit ständig wechselnden Spediteuren zu tun habe, die Daten aber trotzdem einfach in das eigene System übertragen werden sollen.

Bildquelle: © PKM1/iStockphotohttp://istockphoto/PKM1

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