Von unterwegs einfach einen Geburtstagsstrauß über die mobile Webseite von Fleurop ordern, bei H&M oder Otto ein neues Outfit für die anstehende Familienfeier bestellen und bei Obi per Smartphone noch schnell die fehlende Bierbank für die Gartenparty am kommenden Wochenende erwerben – dank Mobile Commerce sollte dies mittlerweile von jedem Ort aus und zu jeder Zeit möglich sein. Doch funktioniert das mobile Einkaufserlebnis tatsächlich so problemlos wie viele Anbieter bereits propagieren? Oder brechen die User mobile Kaufvorgänge aufgrund langer Seitenladezeiten eher frustriert und genervt ab?
Exklusiv für MOBILE BUSINESS untersuchte Keynote Systems, ein Anbieter von Mobile Load Testing, die Performance von zehn deutschen mobilen Webshops über einen Zeitraum von über vier Wochen. Um einen besseren Vergleich zu gewährleisten, erfolgte die Messung der Webseiten nicht nur von Deutschland, sondern auch von weiteren europäischen Standorten aus. Das Ergebnis ist trotz unterschiedlicher Messpunkte konsistent, da sich das Gesamtbild des Rankings hierdurch praktisch nicht änderte. Hinsichtlich der verwendeten Endgeräte konzentrierte sich die Erhebung auf das iPhone4, wobei aus
Vergleichsgründen neben der mobilen Webseite auch die Performance und Verfügbarkeit der jeweiligen www-Seite ermittelt wurde – und dies sowohl per Internet Explorer als auch per iPad.
Ein Ergebnis: Alle Anbieter haben zwar gut optimierte mobile Webseiten für das iPhone, die meisten laden aber auf dem Tablet die Standardwebseite. Lediglich H&M trägt dem „mobilen“ Aspekt hier Rechnung und lädt eine entsprechend aufbereitete Seite.
Als Primus in Sachen Schnelligkeit erwies sich der Mobilauftritt von Otto, gefolgt von Zalando und Obi. Allerdings kam es bei Otto am 17. April 2012 vor allem nachmittags immer wieder zu Timeouts, d.h. zu abgebrochenen Verbindungen. Nach einem kurzen Wartungsabschnitt zwischen 0.00 und 1.00 Uhr lief die Seite dann wieder problemlos. Einige weitere kleine „Aussetzer“ waren am Morgen des 3. Mai zu verzeichnen.
Mit längeren Ladezeiten müssen die User bei H&M sowie Sportscheck rechnen. Gemäß der gemessenen durchschnittlichen Performance würde H&M im Ranking eigentlich besser abschneiden – nämlich mit etwa 1.5 Sekunden auf Platz 7. Allerdings hatte der Anbieter jedoch am 10. April 2012 zwischen 7:20 und 12:30 ein technisches Problem, welches zu einer Ladezeit von über zwei Minuten führte. Dies senkte letztlich den Durchschnitt deutlich.
Desweiteren zeigt die Messung der mobilen Website von Sportscheck eine eingeschränkte Verfügbarkeit, da die automatische Endgeräte-Erkennung der Website offenbar nicht zuverlässig funktioniert. Dies führt dazu, dass bei etwa einem Drittel der Aufrufe nicht die mobile Seite, sondern die www-Seite auf das iPhone geladen wird, was bei der Erhebung als technischer Fehler gewertet wurde.
Laut Keynote Systems weisen generell jedoch alle Anbieter eine sehr gute Verfügbarkeit des Mobil- und Webangebots auf, auch da die ermittelten Fehler nur sporadisch auftraten und sich keine dramatischen Serverprobleme innerhalb des Messzeitraums erkennen ließen.