Sollen weiterhin für BlackBerry stehen: Die neuen Smartphones Z10 und Q10
Es herrscht Totenstille, jedenfalls in Sachen BlackBerry und gemessen an dem Stakkato aus Buzz, das beinahe sekündlich zu Apple, Google, Microsoft, Facebook, Elon Musk und dem Rest der Digitalwirtschaft produziert wird.
Was ist los? Zählt Neu-CEO John Chen erst mal die Milliarde in Einserschritten durch? Dabei ist die ganze Geschichte nicht einmal einen Monat her: BlackBerry macht eine 180-Grad-Wende, verzichtet auf den Verkauf und auf CEO Thorsten Heins.
Vor ein paar Tagen gab es dann eine erste Reaktion: Ein paar andere CxOs mussten gehen. Und es gibt wenigstens eine kleine Erfolgsmeldung: Der BlackBerry Messenger (BBM) ist ein recht erstaunlicher Erfolg, wenigstens nach den Download-Zahlen. Diese Ergebnisse werden sogar von anderen Analysten bestätigt.
Das war es aber auch schon an guten Nachrichten. Die Ungewissheit über die Zukunft von BlackBerry drückt nicht auf den Aktienkurs, sondern auch auf das Gemüt der Geschäftspartner. Ein Beispiel: Tobit Software hat angekündigt, zunächst und befristet bis Ende des Jahres keine Produkte mehr für BlackBerry auf dem Markt zu bringen.
Viele andere Entwickler werden dies sicher ebenso halten, auch ohne es groß anzukündigen. Und eine stillschweigende Einstellung der BlackBerry-Produktlinien ist ja immer möglich, solange die jeweiligen Apps für andere Systeme regelmäßig weiter entwickelt werden. Ein Blick auf die Update-Politik viele bekannter Apps wird erhellend sein.
Wie konnte es so weit kommen? Der etwas aus der Reihe gefallene Erfolg des BBM spricht für sich beziehungsweise gegen das alte Managementteam unter Thorsten Heins. Es hatte nämlich den BBM zugunsten der neuen Geräte mit BlackBerry-OS 10 um fast 18 Monate aufgeschoben.
Angesichts der dynamischen Entwicklung auf dem Messenger-Markt war das sicher ein Fehler. War Thorsten Heins also der falsche CEO zur falschen Zeit? fragt The Next Web. Doch was ist mit dem neuen CEO John Chen? Er ist als harter Sanierer bekannt, der Sybase zum Erfolg führen konnte.
The Verge hat ein ausführliches Profil des neuen BlackBerry-Chefs zusammengestellt, ein weiteres findet sich im CrackBerry-Blog. In einem Reuters-Interview hat Chen betont, dass er die Gerätesparte erhalten will. Er vermutet, dass es mindestens sechs Quartale dauern werde, bis BlackBerry wieder ein erfolgreiches Unternehmen sei.
Dafür sei aber ein Wechsel beim Führungspersonal notwendig - der jetzt gekommen ist. Gleichzeitig handelt es sich um eine Verschlankung des Managements, denn Chief Operation Officer Kristian Tear und Chief Marketing Officer Frank Boulben erhalten keine Nachfolger.
Bildquelle: BlackBerry