Der BlackBerry Passport
Wer ein Gerücht verbreiten will, beruft sich am besten auf "Insider" und "Quellen", die "gewöhnlich gut informiert" sind. Diesen kleinen Trick nutzt auch die Reuters-Pressemeldung, deren Inhalt sich in einem Satz ausdrücken lässt: Vielleicht gibt es bald ein Android-Smartphone von BlackBerry.
Das geplante Gerät dürfte nicht nur wegen des Betriebssystems für Aufsehen sorgen: Es soll außerdem eine herausziehbare Qwertz-Tastatur haben, eine Seltenheit auf dem Markt für Android-Smartphones. Wie bei BlackBerry üblich, richtet sich das Gerät an Business-Anwender, die schnell und unkompliziert Mails oder andere Nachrichten schreiben wollen.
Doch da schließt sich sofort eine Frage an: Was ist mit dem BlackBerry OS 10? Es wurde erst 2013 von der gegen ihren eigenen Niedergang kämpfenden Firma eingeführt und seitdem regelmäßig aktualisiert. Trotz recht ungewöhnlicher neuer Geräte wie dem quadratischen Passport erreichte es keinen fühlbaren Marktanteil, er liegt bei 0,3 %.
Referenz für BES12
Nach den von Reuters zitierten Quellen ist es wohl so, dass BlackBerry sich in Zukunft stärker auf den neuen BlackBerry Enterprise Server BES12 konzentrieren will. Das System für Device Management verwaltet inzwischen auch Geräte unter Android, iOS und Windows.
Das Android-Gerät soll hier als eine Art Referenz für die Business-Kunden dienen: Seht her, wir können auch einen heterogenen Gerätepark verwalten. Zudem geht es natürlich um Sicherheit, denn das BlackBerry-Android soll mit hauseigenen Entwicklungen wie dem BlackBerry Messenger, dem Dual-Persona-System BlackBerry Balance und weiteren Business-Tools aufgerüstet werden.
Bringt Android die Trendwende? Zwar schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen, doch bisher hat keine Rettungsstrategie gewirkt. Die Erfahrungen der letzten drei Jahre sprechen dagegen und ein wenig wirkt der Umstieg auf Android wie ein Pferdewechsel, während Reiter und Ross schon über dem Abgrund schweben.
Bildquelle: BlackBerry