Die zweite Generation der Digital Natives ist bereits da
Das Stichwort “App-Economy” geistert schon seit geraumer Zeit durch die Medien. Gemeint ist damit die Mobilbranche und hier vor allem die App-Entwicklung als Wirtschaftsfaktor. Vor wenigen Jahren war das vor allem in Deutschland noch Wunschdenken. Doch inzwischen hat sich die Situation weiterentwickelt.
Smartphones und Tablets sind Alltagsgeräte geworden, vor allem die kostengünstigen 7-Zoll-Tablets mit Android haben hohe Verkaufszahlen. Diese Geräteklasse entwickelt sich zu einer Art “Heimcomputer zum Mitnehmen”, einer Maschine zum Spielen, Einkaufen, Filme schauen und Musik hören.
Basis dieser und anderer Aktionen mit Smartphones und Tablets sind Apps. Nach einer Studie des Netzwerk-Ausrüsters Cisco sind sie schon für sieben von zehn Deutschen wichtig für das tägliche Leben. Etwa zwei Drittel der Befragten nutzen bis zu neun Apps regelmäßig und ein Viertel setzt sogar zehn bis 25 Apps ein.
Diese Entwicklung wirkt sich inzwischen auch auf den Softwaremarkt aus: Dieses Jahr sollen nach dem “Mobile Enterprise Report” von Appcelerator erstmals mehr mobile Apps als Desktopprogramme entwickelt werden. Die Zahlen sind eine Einschätzung von Experten, von denen die übergroße Mehrheit (87 %) eine derartige Marktentwicklung erwarten.
Harte Wirtschaftsdaten für Deutschland sind allerdings kaum zu erhalten, da der Markt hier noch recht klein ist. Er hinkt üblichen zwei bis drei Jahre hinter dem US-Markt als notorischem Vorreiter her. Für die USA haben verschiedene Analysten jedoch recht beeindruckende Zahlen ermittelt.
So soll die App-Branche der USA in den letzten Jahren mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze geschaffen haben, meint Michael Mandel vom South Mountain Economics LLC, der die TechNet-Studie ausgeführt hat. In den USA gehöre die App-Branche inzwischen zu den aktivsten Nachfragern nach Arbeitskräften.
Auch die Umsatzzahlen sind recht beeindruckend: Mobile Apps sollen 2013 etwa 25 Milliarden Dollar Umsatz machen, schätzen die Analysten von Abi Research. Etwa 35 Prozent der Umsätze entfallen auf Tablets, die damit stark zu den Smartphones aufschließen. Die Autoren der Marktstudie erwarten, dass die App-Umsätze auf Tablets diejenigen auf Smartphones bald überholen werden.
Vor allem Apps, die Mobil- und Internetdienste kombinieren, dürften den Boom in den nächsten Jahren befeuern. Denn die zweite Generation der Digital Natives wächst bereits heran. Für sie ist das Internet etwas, was man immer dabei hat. So nutzen bereits ein Viertel der US-Teenager das Internet ausschließlich mobil, wie eine Studie des Pew Research Center ergab. Hier ist bereits die Zielgruppe für die Apps und Games des nächsten Jahrfünfts.
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