Ein neuer Begriff aus dem englischsprachigen Raum erobert das Management der großen Unternehmen: Digitale Transformation. Darunter wird die Neuausrichtung von Geschäftsmodellen verstanden, um Kunden mit digitalen Produkten und über digitale Kanäle zu erreichen.
Das klassische Beispiel für eine solche digitale Transformation ist der Handel: Der stationäre Handel, vor allem Kaufhäuser kommen in Schwierigkeiten, da sehr viele Kunden ins Internet abwandern und dort bestellen. Selbst traditionelle Versandhändler haben es nicht in jedem Fall geschafft, ein attraktives und die Kundschaft zufriedenstellendes Internetangebot aufzubauen.
Wie weit ist die digitale Transformation?
Wie sich der digitale Wandel auf Unternehmen auswirkt, untersucht das Beratungsunternehmen Altimeter Group bereits seit einigen Jahren. Vor wenigen Tagen ist die neue Studie "The 2014 State of Digital Transformation" erschienen.
Sie analysiert, wie weit die digitale Transformationen bei großen US-amerikanischen und internationalen Konzernen bereits fortgeschritten ist. Immerhin 88 Prozent der befragten Unternehmen besitzen eine formale Digitalstrategie: Sie richten Technologie und Geschäftsmodelle neu und anders aus, um sich stärker auf die digitalen Kunden zu konzentrieren.
Dabei steht der Kunde naturgemäß im Zentrum. Ohne genaues Hintergrundwissen über Wünsche und Präferenzen der digitalen Kunden dürfte eine Neuausrichtung scheitern.
Doch nur ein gutes Viertel der Unternehmen hat diese Phase der digitalen Transformation bereits abgeschlossen. Etwa 42 Prozent haben sich bisher noch nicht um die Digitalisierung von "Customer Journey" und "Touch Points" gekümmert.
Es bleibt noch viel zu tun
Es bleibt bei den meisten Unternehmen noch viel zu tun. Gut 80 Prozent der Unternehmen müssen ihre Prozesse erst noch an den digitalen Wandel anpassen. 71 Prozent haben ihre Website oder den Webshop noch nicht auf mobile Zugriffe ausgerichtet. Und etwa 70 Prozent der Unternehmen haben die verschiedenen Initiativen (Social, Mobile, Web, Shops, After Sales) noch nicht unter einem gemeinsamen Dach integriert.
Die Zahlen, die Altimeter-Geschäftsführer Brian Solis der Öffentlichkeit in einem Aufsatz präsentiert, sprechen für sich: Offensichtlich ist auch auf dem US-Markt die digitale Transformation weniger weit vorangeschritten, als deren Verfechter glauben.
Bisher scheint die digitale Transformation ist in wenigen Vorreiter-Unternehmen vollständig angekommen zu sein. Vor allem traditionell organisierte Unternehmen tun sich schwer, auch in den USA. Etwa 63 Prozent der Unternehmen sehen dringenden Bedarf, die interne Unternehmenskultur zu verändern.
Brian Solis findet das nicht besonders erstaunlich: "Wir sind erst am Anfang. Bei der digitalen Transformation geht es ebenso viel um die Einführung neuer Technologien wie darum, neue Ziele zu sehen und sie auf anderen Wegen als in der Vergangenheit zu erreichen."
Bildquelle: Markus Vogelbacher / pixelio.de
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