Collabora Online 2.0

Cloud-Version von LibreOffice mit Teamfunktionen

LibreOffice aus der Cloud erlaubt jetzt die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten und wird in OwnCloud und NextCloud integriert.

Office-Angebote aus der Cloud boomen. Neben dem altbekannten Office 365 von Microsoft sind das vor allem die Google Suite und Zoho Office. Weniger bekannt ist die Online-Version von LibreOffice, die von der britischen Firma Collabora entwickelt wird. Vor kurzem ist nun die Version 2.0 von Collabora Online verfügbar, zunächst aber nur als Entwicklerversion (Collabora Online Development Edition, CODE).

Sie richtet sich in erster Linie an Entwickler, aber auch an Privatanwender und muss auf einem eigenen Linux-Rechner im Netzwerk installiert werden. Als Alternative zu einem normalen Installationspaket gibt es auch eine virtuelle Maschine als Docker-Image. Der kommerzielle Cloudservice von Collabora Online 2.0 für Unternehmen ist zur Zeit noch nicht verfügbar, wird aber vermutlich in Kürze freigeschaltet.

Die neue Version baut auf dem letzten Release von LibreOffice auf. Das Büropaket für die Cloud enthält nun auch diverse Teamfunktionen, sodass mehrere Bearbeiter gleichzeitig Textdokumente, Tabellen und Präsentationen verändern können. Dabei können ähnlich wie in kommerziellen Office-Paketen alle Nutzer sehen, wer ein Dokument gerade bearbeitet und wo er Änderungen vornimmt.

Integration in OwnCloud, NextCloud und Pydio

Mit diesen neuen Funktionen wird das Cloud-LibreOffice zu einem hilfreichen Werkzeug beim Aufbau einer eigenen, persönlichen Cloud. Dies hat drei Anbieter von Personal-Cloud-Lösungen dazu gebracht, die Office-Lösung von Collabora in ihre eigenen Angebote zu integrieren.

Platzhirsch OwnCloud plant den Einsatz von Collabora Online zunächst in seiner kommerziellen Variante OwnCloud Enterprise. Die Firmenkunden des deutschen Anbieters hatten das Fehlen einer echten Kollaboration-Lösung für Dokumente bereits bemängelt. Der offizielle Starttermin Collabora Online for OwnCloud Enterprise ist noch nicht bekannt. Das Paket soll aber noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Natürlich hat auch Konkurrent NextCloud, eine Abspaltung von OwnCloud, eine Partnerschaft mit Collabora geschlossen und bietet seinen Anwendern eine leichte Integration des Code-Pakets in die aktuelle Version von NextCloud an. Der kleine Haken: Im Moment muss diese Aufgabe noch von Hand erledigt werden. Dafür können aber auch Nutzer der kostenlosen Community-Version von NextCloud Collabora Online einsetzen.

Dritter Partner für das LibreOffice aus der Cloud ist Pydio, eine Open-Source-Lösung für Filehosting, die im Funktionsumfang an die Dateimanager von NAS-Lösungen erinnert und auch Cloud Speicher von anderen Anbietern integrieren kann. Durch die Kooperation mit Collabora Online können nun auch Office-Dokumente innerhalb der Pydio-Benutzeroberfläche in einem Browser bearbeitet werden.

Bildquelle: Thinkstock

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