E-Book-Reader im Unternehmenseinsatz

Das digitale Buch als beliebtes Angriffsziel

Laut aktuellen Studien erfreuen sich E-Book-Reader einer zunehmenden Beliebtheit im deutschen Massenmarkt. Auch im Unternehmensumfeld halten sie mittlerweile Einzug – jedoch können sie somit zum IT-Sicherheitsrisiko werden.

Mittlerweile liest jeder fünfte Deutsche digitale Bücher – so eine Bitkom-Studie. Gleichzeitig geraten die digitalen Dienste ins Visier der Malware-Mafia.

Bücher waren ein Hauptthema der letzten Monate – die 65. Frankfurter Buchmesse stand im Mittelpunkt des Medieninteresses, ebenso wie die Vergabe des Literatur-Nobelpreises. E-Books rückten auch dadurch in den Fokus – so haben etwa Amazon, Thalia und Weltbild neue Versionen ihrer E-Reader vorgestellt.

Laut einer Bitkom-Studie liest mittlerweile mehr als jeder fünfte Deutsche digitale Bücher. Doch je weiter verbreitet ein digitaler Dienst oder ein Produkt ist, desto interessanter wird es für die Malware-Mafia, diese ins Visier zu nehmen. E-Book-Reader erobern den Massenmarkt. Sie lassen sich nutzen, um Daten zu speichern und im Netz zu surfen – recht viel mehr benötigt ein Hacker nicht, um so ein Gerät als Tor in ein Unternehmensnetzwerk zu nutzen. Noch sind keine spektakulären Vorfälle bekannt geworden. Warum die Bedrohung dennoch real ist, zeigen die folgenden Argumente.

Preis

Klassische Tablets sind im Vergleich zu E-Book-Readern teuer. Das neue Apple iPad Air wird es ab 479 Euro geben, das neue iPad mini ab 389 Euro. Die Preise für die neuen Amazon-Kindle-Geräte liegen mit 129 Euro (HD) oder 229 Euro (HDX) deutlich darunter. Zwar bieten die Reader dementsprechend weniger Funktionen, aber vielen werden diese ausreichen. Reader bieten sich als Tablet-Alternative an und werden auch immer häufiger in Firmen auftauchen. Dort holen sich beispielsweise Pendler neuen Lesestoff, nachdem sie denselben Reader im letzten Urlaub noch im ungesicherten Hotelnetz genutzt haben.

Android

Android erfreut sich aktuell einer hohen Beliebtheit. Das macht es für Hacker lukrativ, darauf abgestimmte Malware zu entwickeln. Fast 80 Prozent aller Smartphones setzen laut IDC auf Android – ebenso wie die Kindle-Geräte des Marktführers Amazon. Zwar sind die Geräte so eingestellt, dass sie per Werkseinstellung nur Apps aus dem Amazon-App-Store erlauben – doch lässt sich diese Einstellung vom Nutzer ändern. Wer dies tut, öffnet eine Tür für Schadprogramme.

PDFs

PDF-Anhänge sind eines der beliebtesten Phishing-Tools, auch in Deutschland. Vor allem mit täuschend echten Rechnungs-E-Mails versuchen Hacker immer wieder, Menschen zum Öffnen der vermeintlichen PDF-Dokumente zu bringen. Tun sie das, wird ein Script ausgeführt und führt unerlaubte Operationen durch. PDFs lassen sich auch gut auf E-Readern lesen, und so laden Mitarbeiter häufig Dokumente zum Lesen unterwegs auf den Reader. Auf diese Weise können die Geräte Malware übertragen.

Fallen im Netz

Peer-to-Peer-Filesharing-Netze (P2P) sind auch für den illegalen Austausch von E-Books beliebt. Sie sind überdies beliebte Tummelplätze für Malware – und so können Schadprogramme als heimliche Anhängsel von E-Books einen Reader infizieren. Auch das Aufrufen verseuchter Webseiten kann – wie bei normalen PCs, Tablets oder Smartphones – eine Malware-Infektion nach sich ziehen.

Auf dem Weg zum Businessgerät

Mittlerweile beginnt u.a. Amazon damit, seine Geräte für den geschäftlichen Einsatz fit zu machen. Seit November sind mit dem Fire OS 3.0 neue Produktivitäts- und Sicherheitsfunktionen verfügbar. Mobile-Device-Management-Unterstützung sowie Features zur Verschlüsselung und Authentifizierung gehören beispielsweise dazu. So werden die E-Reader langsam zu Geräten, mit denen auch die IT-Abteilung arbeiten und die sie in ihre Sicherheitsarchitektur integrieren kann.

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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