Das Garagentor mit einer Smartphone-App steuern, das neueste Software-Update für das Auto via Internet bekommen und natürlich die Einkäufe vom legendären Internet-Kühlschrank vorbestellen lassen - so ungefähr soll das Internet der Dinge sein.
Bisher ist es im Grunde immer noch ein Hype. Es gibt zwar immer mehr Maschinen mit Internetanschluss, aber von einem eigenständigen Netz kann noch keine Rede sein. Doch langsam zeichnen sich einige sinnvolle Einsatzmöglichkeiten ab.
Digitale Haustechnik für alle
Ein wichtiger Anwendungsbereich ist die Heimautomation, die zurzeit noch in den Kinderschuhen steckt. Zwar gibt es eine ganze Reihe von technischen Systemen, mit denen Heizung, Klimaanlage, Licht, Alarmanlage und einiges andere gesteuert werden. Doch diese Systeme haben Nachteile: Sie sind teuer und nutzen proprietäre Standards.
Mit Internettechnologien soll digitale Haustechnik auch in Mietwohnungen und Einfamilienhäusern verwirklicht werden. Auch hier gibt es Pilotprodukte, aber noch keinen echten Massenmarkt. Doch wer Lust auf Bastelei und Programmierung hat, findet inzwischen eine ganze Reihe von kostengünstigen und leicht einsetzbaren Geräten.
Das Internet der Dinge steht und fällt mit so genannten Sensoren. Diese Elektronikmodule ermitteln bestimmte Werte wie Bewegung, Helligkeit oder Temperatur. Sie sind die Basis einer intelligenten Steuerung von "Dingen" und können neben der Heimautomation auch in vielen anderen Bereichen eingesetzt werden.
Viele solcher Geräte kommen aus der Maker-Szene, wie die moderne, voll digitalisierte DIY- Bewegung heute heißt. Sie werden zumeist durch Crowdfunding von den interessierten Käufern finanziert und sind häufig kompatibel zu dem beliebten und sehr kostengünstigen Arduino-Microcontroller. Er eignet sich hervorragend für Bastler, denn er ist relativ einfach zu programmieren und garantiert rasche Ergebnisse.
Sensor-Starterkit: WunderBar
WunderBar ist ein Starterkit für das Internet der Dinge und besteht aus einer Platine mit unterschiedlichen und abtrennbaren Sensoren, die Bluetooth Low Energy (BLE) nutzen. Damit kann zum Beispiel ein Lichtschalter mit einem Bewegungssensor verknüpft werden.
Derzeit gibt es Sensoren für Helligkeit, Feuchtigkeit, Temperatur, Entfernung, Bewegung, Beschleunigung, Lageinformationen und einen IR-Empfänger für eine Fernsteuerung sowie eine Schnittstelle für weitere Sensoren.
Das Berliner Startup Relayr will damit eine offene Plattform für das Internet of Things erschaffen. Die Sensoren und die Hauptplatine sind via Ethernet ansprechbar und können in mobile Apps oder andere Programme eingebunden werden. Ab Juni ist der WunderBar bei Conrad Electronic erhältlich. Er soll 145 Euro kosten.
PlugPlay-Sensoren: EasyPlug Sensor Shield
EasyPlug Sensor Shield ist ein Sensorpaket, das speziell für die Zusammenarbeit mit dem bekannten Arduino-Microcontroller gedacht ist. Es gibt eine Vielzahl an Sensoren, unter anderem für Wärme, Kraft, Helligkeit, elektrische Ladung, Magnetismus, Geräusche und andere.
EasyPlug vereinfacht das Ausrüsten einer Arduino-Platine mit Sensoren, da nichts mehr gelötet oder auf Hardware-Ebene programmiert werden muss. Lediglich die Entwicklung von Anwendungen für die Sensoren bleibt noch als Aufgabe übrig.
Das Grundpaket enthält neben acht Sensoren den EsasyPlug Shield, der für die Schnittstelle zum Arduino verantwortlich ist. Es kostet zurzeit noch 69 Dollar und soll ab Juni lieferbar sein. Anschließend steigt der Preis auf 100 Dollar.
Objekterkennung: Pixy
Pixy ist ein "Vision Sensor " für den Arduino-Microcontroller, der zur Objekterkennung eingesetzt werden kann. Das Gerät besteht aus einer Kamera auf einer Prozessor-Platine, die den größten Teil der Bilderkennung übernimmt. Der Microcontroller ist lernfähig: Er kann das zu erkennende Objekt als "Lernbeispiel" aufnehmen, so dass er es später immer wieder erkennt.
Der Sensor erleichtert die Programmierung von unterschiedlichen Bilderkennungsgeräten extrem und ist darüber hinaus recht preisgünstig: die Basisversion kostet nur 69 Dollar. Für weitere 39 Dollar gibt es eine spezielle Mechanik zum Drehen und Schwenken der Kamera.
Bildquelle: Amy Burton / freeimages.com
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