Ausprobiert – Alcatel One Touch Scribe HD

Das schwarze Reclam-Heftchen

Das Angebot an Android-Smartphones ist unübersichtlich, der Markt ist hart umkämpft. Erfreulich, wenn sich zwischen den rasanten Release-Zyklen wenig unterscheidbarer und meist ebenso wenig finanzierbarer Geräte noch positive Überraschungen finden, die mit vernünftigem Preis-Leistungsverhältnis und interessanten Features überzeugen. Eine solche Überraschung war im Kurztest das Alcatel One Touch Scribe HD.

  • Verfügbar ist das Scribe HD in den Farben Flash-Rot, Flash-Gelb und schwarz.

  • Wir waren mit dem ungeflashten Schwarz des Testgerätes zufrieden.

Hinter den Alcatel One Touch Geräten steht TCT Mobile. Entstanden ist das Unternehmen im Jahr 2004 aus einem Joint Venture zwischen der TCL Corporation, einem der weltweit größten Unterhaltungselektronik-Produzenten, und der Handysparte des französischen Alcatel-Konzerns. Die ehemalige Netzwerksparte von Alcatel, die seit einer Fusion 2006 unter dem Namen Alcatel-Lucent auftritt, und TCT Mobile sind zwei voneinander unabhängige Unternehmen. TCT Mobile ist seit 2004 an der Börse in Hongkong notiert und zählt nach eigenen Angaben mit 43,8 Millionen verkauften Geräten (2011) zu den Top-10-Mobiltelefonherstellern der Welt.

Ausbalancierter Schwerpunkt

Trotzdem war es für uns das erste Alcatel-Gerät, das wir testen durften. Die Verarbeitung und das Material gefallen, ein gewisses Gewicht und eine bestimmte Dicke sollten Smartphones  für unser haptisches Empfinden haben. Das Alcatel-Smartphone kommt dem Nutzer mit einem gut ausbalancierten Schwerpunkt entgegen, auch wenn es durchaus noch einige Millimeter und Gramm weniger sein dürften. Auffällig ist die wie der Bauchnabel eines Säuglings herausragende Kameralinse der passabel arbeitenden 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Entgegen ersten Befürchtungen hat diese Erhebung aber nie beim Einstecken oder Hervorholen aus diversen Taschen gestört.

Mit seinem 5-Zoll-HD-Bildschirm liegt das Gerät noch unter einer gefühlt wichtigen Grenze: Mehr macht Smartphones einerseits unverstaubar und andererseits den Nutzer lächerlich, wenn er sich einen Flachbildschirm zwecks Telefonat ans Ohr hält. Die in der Auflösung 5 Zoll sind zudem noch bequem mit einer normal-menschlichen Hand bedienbar.

Dass man das Gerät in einer Hand halten und gleichzeitig bedienen kann, dazu trägt auch die Cover-Hülle („Magic-Flip-Cover“) bei, die – nach hinten geklappt und zwischen die Finger geklemmt – dem Gerät in der Hand zusätzlichen Halt gibt. So, wie man früher, im Zeitalter des Buchdrucks, ein kleines Taschenbuch oder Reclam-Heftchen aufgeklappt gehalten hat. Der eigentliche Sinn dieses optionalen, weil magnetisch an- und abdockbaren Umschlags für die Vorderseite ist natürlich der Schutz des Displays. Das ab und an eine Münze an der magnetischen Rückseite haftete, war weniger schlimm, als die befürchtete Irritation für Kreditkarten, die mit dem Smartphone in einer Hosentasche transportiert wurden.

Magisches Cover

Gerade im Business-Alltag ein sinnvolles Feature ist das Talent des Gerätes, mit zwei SIM-Karten umzugehen. An der Gehäuseseite nebeneinander eingesteckt, ermöglichen zwei SIM-Karten die abwechselnde Nutzung z.B. eines privaten und eines beruflichen Netzanbieters. Auch für Grenzgänger eröffnen sich interessante Optionen, zwischen den passenden Anbietern zu wechseln.

Fehler innerhalb einiger Anwendungen sind nicht dem Gerät anzulasten, übrig bleiben als Kritikpunkte die zu unpräzise einstellbare Lautstärke und Helligkeit. Der nicht einfach auszutauschende Akku fiel weder als besonders stark noch als zu schwach auf, die verbleibende Laufzeit scheint nicht immer korrekt berechnet. Der beigefügte „Stylus"-Stift zur Bedienung konnte durch seine klobige Spitze nicht überzeugen.  

Unpräzise Regelung

Auf dem One Touch Scribe HD läuft ausreichend befeuert von einem Quad-Core-Prozessor, der mit 1,2 GHz getaktet ist, ohne Ruckler oder Verzögerungen Android Jelly Bean 4.2.1. Zu diesem mittlerweile reifen und an vielen Enden verbesserten Betriebssystem gehört die Armada an intuitiven Google-Apps, die sich erfreulich schnell einrichten lassen. Außerdem war zumindest das Testgerät bereits beladen mit zahlreichen Apps: u.a. Evernote, Adobe Reader, Kingsoft Office, Shazam, Skype und Antivirus. Dies und die gut gemachte Einführung könnten so manchem Android-Neuling helfen, das System frustfrei kennenzulernen.

Bildquelle: Alcatel

 

 

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