Realer Austausch statt „Soziale“ Netzwerke

Das Smartphone als Schwarzes Brett

Nachgefragt bei Steffen Warlich, Leiter Kommunikation & Marketing der Jost-Hurler-Unternehmensgruppe, wie die Idee des digitalen Schwarzen Bretts entstanden ist.

Steffen Warlich, Jost-Hurler-Unternehmensgruppe

„Digital Neighbourhood soll wieder näher an gelebte Gemeinschaft rücken, mit persönlichem Austausch und gemeinsamem Erleben“, hofft Steffen Warlich, Leiter Kommunikation & Marketing der Jost-Hurler-Unternehmensgruppe.

Herr Warlich, wie entstand die Idee zu dem Projekt des digitalen Schwarzen Bretts und welche Motivation steckt dahinter?
Steffen Warlich:
Es ging uns um die Menschen, die hier leben und arbeiten wollen. Und um die, die das Schwabinger Tor besuchen. Um das, was diese Menschen bewegt und was sie von unserem Quartier erwarten, und zwar nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Jahren. Hinzu kommt, dass ein Teil des Grundstücks bereits seit Jahrzehnten im Familienbesitz ist und eine Weiterentwicklung schon lange geplant war.

In erster Linie sollen die Bewohner profitieren, doch welchen Nutzen bringt die App der Immobilienfirma bzw. dem Vermieter?
Warlich:
Für uns als Vermieter verkürzen sich Prozesse und Wege, wenn wir die Mieter direkt auf digitalem Wege ansprechen, z.B. für Hausaushänge mit Ankündigungen oder für die Nebenkostenabrechnung. Es ist leichter, mit den Mieterdaten auf dem aktuellen Stand zu bleiben, wenn die Mieter selbst die hinterlegten Daten einsehen können. Auch für Mieter verringern sich Aufwände, wenn sie z.B. Schäden digital melden oder den Kontakt zum Hausmeister über die App suchen können. Desweiteren sehen wir an den Diskussionen und Aktivitäten in der App, welche Themen die Bewohner bewegen, und können so zeitnah reagieren und den Wünschen nachkommen.

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Wie wird gewährleistet, dass die Informationen sicher und vertraulich bleiben? Eine Abwesenheitsnotiz für zwei Wochen Urlaub in Andalusien mit der Bitte, die Blumen zu versorgen, könnte auch die falschen Leute anlocken?
Warlich:
Bestimmte Bereiche sind nur für Mieter des Schwabinger Tors einsehbar, nicht für Fremde. Eine derartige Nachricht würden die User wohl ohnehin über einen persönlichen Chat versenden, der dann nur von den Beteiligten lesbar ist.

In gewisser Weise versucht die App, die Menschen über Digitalisierung wieder in wirklichen sozialen Kontakt zu bringen – anders als Facebook oder andere „soziale“ Medien?
Warlich:
Richtig! In Gebäuden, die bis zu 13 Stockwerke haben, wollen wir so wieder Kontakt zwischen Menschen herstellen, die sich sonst vielleicht nur im Aufzug begegnen würden. Digital Neighbourhood soll so wieder näher an gelebte Gemeinschaft rücken, mit persönlichem Austausch und gemeinsamem Erleben.

Gibt es Erkenntnisse darüber, wie moderne Mobiltätskonzepte wie Carsharing angenommen werden? Welche weiteren Schritte sind geplant?
Warlich:
Carsharing per se wird zumindest hier in München bereits hervorragend angenommen. Wie ein geschlossenes Quartiers-Carsharing bei den Nutzern ankommt, werden wir spätestens in der zweiten Jahreshälfte wissen, wenn die Bewohner auf einen eigens für sie von Jost Hurler zur Verfügung gestellten Car Pool zugreifen können. 


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