Viele Unternehmen haben Nachholbedarf, wenn es um eine Mobility-Strategie geht.
Rainer Oude-Hengel ist Marketing Executive Consultant bei der T-Systems International GmbH
Mobile Prozesse sollen Zugriff auf Daten, interne Anwendungen oder aktuelle Dokumente ermöglichen. Häufig können die Mitarbeiter mit dem Smartphone allerdings bloß die E-Mail-Funktion nutzen. Zahlreichen Firmen fehlt eine durchdachte Mobility-Strategie, mit der sie IT-Infrastruktur und Prozesse fit machen.
Das liegt oft daran, dass Mobility von der IT vorangetrieben wird. Die Fachabteilungen geben zu wenige Anstöße. Dabei sind sie die eigentlichen Anreger, denn nur sie kennen die Prozesse im Detail und können der IT-Organisation sagen, wie sie zu mobilisieren sind. Und nur die Fachabteilungen wissen, wie mit mobilen Prozessen die Produktivität gesteigert werden kann.
Trotzdem herrscht in vielen Unternehmen eine große Unsicherheit – die Komplexität des Themas sorgt für Bedenken. Die IT soll Zuverlässigkeit und Sicherheit der mobilen Anwendungen ebenso garantieren wie bei der klassischen IT. Hinzu kommt die enorme Dynamik des Mobilmarkts, die zu einem höheren Risiko bei Entscheidungen für oder gegen bestimmte Technologien führt.
Keine einfache Situation für Unternehmen mit wenig Erfahrung in der Mobiltechnologie. Doch sie können sich nicht wegducken. Mobility ist keine Mode, die nach einiger Zeit vergehen wird. Unternehmen müssen aktiv werden und ihre Prozesse mobilisieren. Es gibt zwei Teilstrategien, um dabei erfolgreich und effizient vorzugehen.
Die erste Teilstrategie betrifft die Middleware, ohne die im mobilen Unternehmen nichts geht. Sie vermittelt zwischen Geschäftsanwendungen und Apps. Außerdem ermöglicht sie eine optimale Lastverteilung. Doch der Betrieb in Eigenregie ist nur sinnvoll, wenn entsprechendes Wissen und eine passende Infrastruktur existieren.
Im anderen Fall ist ein Bezug der Middleware von einem Dienstleister empfehlenswert – entweder aus der Private Cloud oder auf On-Premise-Basis. Cloud-Lösungen sparen Kosten, da der Nutzer die Ressourcen dynamisch anfordert und nur seinen Verbrauch bezahlt. Außerdem werden den Unternehmen eigene hohe IT-Investitionen abgenommen.
Ein zweites Element der Mobilstrategie ist die Analyse des App-Einsatzes. Dabei muss geklärt werden, welche Apps für welche Prozesse geeignet sind. Anwendungen von der Stange passen meist nur bedingt zu einem Unternehmen. Individuelle, speziell für einen Prozess entwickelte Apps bringen oft viel größere Produktivitätsfortschritte als die „One-Size-Fits-All“-Lösungen.
Doch auch hier gilt: Knowhow ist entscheidend. Statt eigene Ressourcen aufzubauen ist in diesem Fall wieder der Rückgriff auf einen spezialisierten Dienstleister empfehlenswert. Dies gilt besonders für mobile Lösungen aus dem SAP-Umfeld – hier ist eine entsprechende Kompetenz enorm wichtig, da SAP der Mobiltechnologie an Komplexität in nichts nachsteht.
Das Wissen und die Erfahrung eines Dienstleisters bedeutet für Unternehmen aber noch mehr: Prozessinnovationen durch enge Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen. Mobility ist in dieser Hinsicht eine einmalige Chance. Die bestehenden Prozesse müssen ohnehin überarbeitet und angepasst werden. Warum nicht gleich den zweiten Schritt gehen und das Unternehmen auf neue mobile Beine stellen?
* Rainer Oude-Hengel ist Marketing Executive Consultant bei der T-Systems International GmbH
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