Matthias Ridder, Vattenfall Europe Metering

Datenschutz und Sicherheit beim Smart Metering

Kurzinterview mit Matthias Ridder, Geschäftsführer bei der Vattenfall Europe Metering GmbH

Matthias Ridder, Vattenfall Europe Metering

Matthias Ridder, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Metering GmbH

Herr Ridder, welche Vorteile können sich private Nutzer von Smart Metering versprechen?
Matthias Ridder: Mit der Notwendigkeit, Energie immer effizienter und intelligenter einzusetzen, steigt die Bedeutung der digitalen Stromzähler. Unsere Smart-Meter-Projekte haben gezeigt, dass durchaus ein Interesse von Verbrauchern besteht, den eigenen Stromverbrauch transparent dargestellt zu bekommen. Der wichtigste Antrieb ist dabei die Aussicht, Strom und damit Kosten zu sparen.

Wie steht es derzeit um die Sicherheit bzw. den Datenschutz der privaten Energiedaten?
Ridder: Der Datenschutz der privaten Energiedaten ist für die Energieunternehmen keine neue Aufgabe und wird sehr streng überwacht. Die neuen digitalen Zähler mit GPRS oder PLC gestützten Visualisierungsangeboten stellen uns aber vor neue Herausforderungen. Sowohl bei der Verschlüsselung der Datenübertragung als auch bei der Angriffssicherheit der Daten gegenüber unberechtigten Zugriffen gibt es gegenüber dem bisherigen Datenschutzstandards Verbesserungspotential. Unter der Federführung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik wird zurzeit an einem Schutzprofil gearbeitet, dass die Datenschutzanforderungen noch weiter konkretisiert. Zukünftige Messsysteme werden diesem Schutzprofil entsprechen müssen

Wie sieht Ihrer Ansicht nach die Weiterentwicklung von Smart Metering in den nächsten Jahren in Deutschland aus?
Ridder: Die Smart-Meter-Technologie steht am Anfang der Entwicklung und der ebenfalls noch entstehende gesetzliche Rahmen wird wesentlich über die zukünftigen Ausprägungen entscheiden. Auch der sicherheitstechnische Aufwand, der maßgeblich die zukünftigen Messkosten für den Endverbraucher bestimmt, wird eine entscheidende Rolle bei der Akzeptanz am Markt und bei den Endkunden spielen. Erforderlich ist deshalb ein verbindlicher bundesgesetzlicher Handlungsrahmen, um u.a. die EU-Vorgaben, bis 2020 vier Fünftel aller Haushalte mit intelligenten Zählern auszustatten, zu erfüllen. Klar ist aber, dass Smart Meter ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einer zukünftigen nachhaltigen Energieversorgung sein wird. Es zeichnet sich auch ab, dass er die Grundlage für innovative Entwicklungen, wie die Abbildung variabler Tarife, sein kann. Heute sind Smart Meter und die unterschiedlichen Visualisierungslösungen als Instrumente zu verstehen, die Transparenz schaffen. Dadurch wird der Nutzer für sein Verbrauchsverhalten sensibilisiert und ein bewusster Umgang mit Energie gefördert. Für die Anwendung der Technik und das Anpassen des Verbrauchsverhaltens ist jedoch der Anwender selbst gefordert. Für die Energiebranche gilt es Anreize zu schaffen und aufzuklären.

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