Das Smart Home ist einer von vielen IT-Trends
Ein voll ausgebautes Smart Home enthält einen beeindruckenden Gerätepark aus Türsensoren, Sicherungsanlagen, intelligenten Lampen und Steckern, Boxen für Energie- und Heizungssteuerung und vielem mehr. Diese kleinen Maschinen sind bei vielen Lösungen nicht miteinander verbunden. Im schlimmsten Fall jedes Gerät eine eigene Steuerung und eine eigenen App im Smartphone.
Zeitgemäß ist aber eine flexible Steuerung, die alle Geräte miteinander verbindet und komfortabel mit dem Smartphone bedient wird. Um erfolgreich zu sein, müssen solche Systeme allerdings alle gängigen Standards unterstützen und mit den Geräten zumindest der größten Hersteller zusammenarbeiten.
Eine Steuerung für die unübersichtliche Vielfalt an Smart-Home-Lösungen erfordert also Investoren, die nicht (nur) mit einem der bekannten Hersteller verbunden sind. Zwei Startups aus Deutschland haben sich dem Ziel einer übergreifenden Smart-Home-Steuerung verschrieben und nutzen das Prinzip des Crowdfunding als Geldquelle.
Zu Erinnerung: Crowdfunding ist ein Oberbegriff für die Finanzierung von Unternehmen oder Einzelprojekten durch eine große Anzahl an Geldgebern. Damit lassen sich zum Beispiel Produkte durch eine Art “Vorabverkauf” bei den potentiellen Kunden finanzieren.
Im Bereich Smart Home sind das zum Beispiel Hausbesitzer, die verschiedene bereits vorhandenen Lösungen mit einem Steuergerät verbinden und werden von einer App aus dirigieren wollen. So etwas will PipesBox schaffen. Dabei legen die Entwickler aus Rostock sehr viel Wert darauf, das sich ihr System in erster Linie an Nicht-Techniker richtet und nicht durch übertrieben hohe Anforderungen Kunden abschreckt.
Das System soll offen für alle Arten von Geräten sein, der Anwender gestaltet die Verbindungen (“Pipes”) dazwischen selbst. Ein Beispiel: Die Heizung im Bad wird hochgefahren, wenn es jemand benutzt. Eine interessante Lösung, die den Gerätezirkus mit Hilfe von Software bändigen will. Die Kampagne auf Startnext läuft noch einige Zeit und kann Unterstützer gebrauchen.
Eine ähnliche Lösung findet sich auch auf Indiegogo: Homee. An der Kampagne des Stuttgarter Startups zeigt sich auch, dass nicht alle Crowdfunding-Projekte in diesem Bereich boomen. Das Funding ist gescheitert und endete weit abgeschlagen mit weniger als 40.000 Euro, bei einem Zielbetrag von 100.000 Euro.
Woran lag es? Vielleicht ist das Konzept von Homee zu brav und konnte nicht genug der gadget-verrückten Indiegogo-Besucher überzeugen. Homee ist eine Art Steuerzentrale für Apps und Gadgets anderer Hersteller. Bei Lösungen für das Smart Home gibt es zu viele verschiedene Verfahren, die zudem noch häufig untereinander inkompatibel sind. Homee soll dies ändern und die einzelnen Geräte miteinander verbinden.
Doch die Gründer des Startups haben trotzdem von der Aufmerksamkeit durch die Crowdfunding-Kampagne profitiert: Sie stehen laut einer Notiz auf der Kampagnenseite zur Zeit in Verbindung mit einigen Unternehmen, die bei der Verwirklichung des Projekts helfen wollen. Wenn das Produkt auf diese Weise erscheint, hat das Crowdfunding zumindest indirekt geholfen.
Bildquelle: Maren Beßler / pixelio.de
Links: