Und dann war da noch Microsoft mit Windows Phone 8. Recht viel Auswahl, welche Entscheider im Mittelstand vor echte Herausforderungen stellt, denn nicht alle werden in Zukunft eine Rolle spielen.
Der Bessere möge gewinnen. Ein uralter Spruch, aber was ist im Falle des Betriebssystem schon das Bessere? Offen, stabil, interoperativ, sicher und administrierbar soll die Lösung sein, den Benutzern gefallen und dem Unternehmen einen nachhaltigen Mehrwert bieten.
Während in der Vergangenheit viele IT-Abteilungen dem Druck nachgegeben haben, ein Betriebssystem auf attraktiven Geräten einzusetzen (Apple), sind die Geräte verschiedener Hersteller heute alle benutzbar und einigermaßen gut per Touch-Bedienung im Gebrauch. Selbst Blackberry ist mit dem Z10 im Touch-Zeitalter angekommen, was beim Torch 9860 eher ein missglückter Versuch war. Android hat aufgeholt und auch Microsoft trommelt am Markt immer lauter.
Jede IT-Abteilung hat drei Probleme: Wenig Zeit, wenig Geld und im Zweifelsfall ist sie der Sündenbock. Die „Demokratisierung“ der IT oder auch „Bring your own (mobile) Device“ sind zwar Trends und keine neuen Ansätze, aber im täglichen Betrieb teuer und mit einer kleinen Mannschaft kaum zu betreuen. Insofern helfen sie nicht bei den Problemen, sondern verstärken diese zusätzlich. Natürlich freuen sich die Mitarbeiter auch über spielerische Elemente, aber als Unternehmen stellt sich am Ende des Tages immer die Frage: Wie nützt dieses Gerät meinem Geschäft?
Da kann die Oberfläche für die Auswahl von Apps noch so vollgestopft sein, wenn nur Spiele, Musikinstrumente oder E-Reader verfügbar sind, hilft es beim Unternehmenszweck tendenziell wenig. Die Geschäftsapplikationen sind meistens nicht verfügbar im Store, sondern branchenspezifisch oder themenspezifisch, teilweise Multi-Tier-Anwendungen und ein Bestandteil eines abgestimmten Zusammenspiels von Komponenten. Wie soll man diese Anwendung mobil machen? Den Druck auf den Lieferanten erhöhen ist ein Ansatz, aber selten zielführend. Der Lieferant der Software wird nicht jedes Betriebssystem unterstützen, sondern das, womit er die meisten Kunden erreicht und welches ihm die Entwicklung vereinfacht. Er nimmt das Betriebssystem, welches das optimale „Ecosystem“ mitbringt. Der Name ist nebensächlich, auch der Hersteller, denn das Betriebssystem ist das Mittel zum Zweck: Eine Applikationsplattform zu sein, stabil und sicher, offen und verwaltbar, mit möglichst vielen Kunden, die um die Vorzüge dieses Systems wissen.
Bei Ubuntu und Firefox muss sich das Vertrauen erst noch bilden, Apple und Google hängt der Makel des Konsumenten-Produktes nach. Microsoft und Blackberry sind in den Unternehmen bekannt und beliebt. Das schlägt sich nicht unbedingt im Marktanteil nieder, weil die Betrachtung des Marktanteils nicht die Marktsegmente unterteilt. Aber beiden Lösungen wird vertraut, sie gelten als unternehmenstauglich und vor allen Dingen als einfach verwaltbar. Wenn sich jetzt noch die geschäftsnotwendige Applikationsvielfalt in den „Stores“ einstellt, könnten sie in deutschen Unternehmen an Bedeutung noch gewinnen.
Es geht nicht darum, wer nach Vergleich der Funktionen das beste Betriebssystem hat, sondern wer für die Herausforderungen des mobilen Arbeitens die beste Idee mitbringt.
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