Eher unsicher: Android-Smartphones
Die größte Gefahr für Unternehmen ist inzwischen nicht der Einbruch in ein Gebäude, sondern in den Computer. Vor wenigen Tagen wurde ein recht typisches Beispiel bekannt: Computerkriminelle sind laut dem IT-Sicherheitsdienstleiters Symantec in die IT-Systeme von mehr als 50 internationale Rüstungs- und Chemiefirmen eingedrungen.
Ziel der virtuellen Industriespionage waren unter anderem Design-Dokumente, Formeln und Informationen über Fertigungsprozesse. Solche Angriffe kommen häufiger vor. Vor wenigen Monaten meldete McAfee einen Angriff, der mehr als 70 Organisationen in 14 Ländern betraf.
Natürlich sind solche Unternehmen nicht ohne Schutz und aufwändige IT-Sicherheit, doch trotzdem gelingt es trickreichen Hackern immer wieder, alle Schutzwälle zu überwinden. Und mit der Verbreitung von Smartphones öffnen viele Unternehmen scheunentorgroße Löcher in ihren Verteidigungslinien.
"Die Schädlinge konzentrieren sich dabei vor allem auf Android-Geräte - denn die erfreuen sich steigender Beliebtheit, der Verkauf stieg zwischen 2009 und 2010 von 6,8 Millionen auf 67 Millionen", meint Udo Schneider, Solution Architect beim Sicherheitsdienstleister TrendMicro. "Damit nimmt auch die Zahl der möglichen Opfer zu, was 'Investitionen' in Schadsoftware lohnend macht."
Schneider betont, dass die Bedrohungen nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ zunehmen. Inzwischen existiert für mobile Geräte unter Android ein ähnliches Bedrohungszenario wie bei Desktop-Rechnern. Schadprogramme täuschen geschickt harmlose Funktionen wie Überwachung der Batterieleistung oder Task-Manager vor oder kommen in Gestalt eines Spiels.
Unternehmen haben im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Sie verbieten Android-Geräte völlig ("Bring your own device NOT!") oder verteilen Firmen-Smartphones mit einem sicheren System wie Blackberry. Prinzipiell kann aber auch Android durch erweiterte System- und Anwendungssoftware sicherer und leichter administrierbar gemacht werden - mit dem entsprechenden personellen und finanziellen Aufwand.
Eine weitere Alternative: iPhones und iPad sind wegen der geschlossenen Infrastruktur von iOS stärker gegen Schadprogramme geschützt. Das "Closed-Shop-Prinzip" von Apple ist für Entwickler und Anwender zwar gelegentich nervig, hat aber immerhin einen Vorteil: So entdeckte zum Beispiel Antiviren-Hersteller McAfee im zweiten Quartal 2011 für Android 44 neue Schadprogramme, für iOS dagegen (wie bisher) keines.
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