Neue Wege in der Patientenbetreuung

Der Klinische Arbeitsplatz der Zukunft ist mobil

Europas größtes und führendes Universitätsklinikum, die Berliner Charité, geht ganz neue Wege in der Patientenbetreuung.

Neue Wege in der Patientenbetreuung

Die Berliner Charité nutzen auf ihren Visiten seit kurzem den SAP Electronic Medical Record.

Die Ärzte der Klinik für Neurologie am Campus Charité Mitte nutzen auf ihren Visiten seit kurzem die elektronische Patientenakte von SAP – eine mobile App, mit der aktuelle Laborbefunde, Patentenbilder, Kontaktdaten, Diagnosen, Prozeduren und Probleme jederzeit auf Tablet-PCs abgerufen werden können. Der direkte Zugriff auf die Patientendaten hat auch einen direkten Effekt: Die Ärzte können Entscheidungen schneller treffen, gleichzeitig optimiert er die Zusammenarbeit des Klinikpersonals untereinander.

Im Gesundheitswesen, speziell in großen Kliniken wie der Charité, fallen mittlerweile Unmengen an Verwaltungsarbeit an. Jede durchgeführte Behandlung muss im Sinne des zügigen Heilungsverlaufs für das Ärzteteam nachvollziehbar protokolliert werden. Doch auch die Bürokratie fordert ihren Tribut: Krankenhäuser müssen profitabel arbeiten weswegen der exakten Abrechnung mit den Krankenkassen und anderen Stellen enorme Bedeutung zukommt.

Damit dieser Mehraufwand so wenig wie möglich zulasten der Patientenbetreuung geht, müssen neue Arbeitsweisen etabliert werden. Heute sind Ärzte und Pflegekräfte im großem Maße Organisatoren und Schriftführer über ihre Patientinnen und Patienten. Sie müssen viele Daten erfassen, gleichzeitig müssen diese jederzeit abrufbar sein. „Das ist etwas, das von der eigentlichen medizinischen Profession enorm ablenkt“, bemängelt der Vorstandsvorsitzende des Klinikums, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl.

Reduzierung des Aufwandes

Die Lösung kann an diesem Punkt nur in der Einbindung mobiler Endgeräte liegen. Sie erleichtert den Alltag des medizinischen Personals ungemein, weil sie zum einen die aktuellsten Befunde immer und an jedem Ort im Krankenhaus vollständig abrufbar zur Hand hat. Zum anderen entfällt der Aufwand für das nachträgliche manuelle Erfassen. Somit  bleibt naturgemäß mehr Zeit für die Behandlung das Arzt-Patientengespräch. „Der Klinische Arbeitsplatz der Zukunft ist mobil“, davon ist Hagen Hupperts vom Geschäftsbereich IT der Charité, mehr denn je überzeugt.

Folgerichtig sammelt man in Pilotprojekten nun erste Erfahrungen mit der  mobil verfügbaren, elektronischen Patientenakte. Partner in diesen Projekten ist die SAP. Zum Einsatz kommt die Lösung „Electronic Medical Record“, kurz EMR. Professor Stephan Brandt von der Klinik für Neurologie zeigt sich begeistert: „Die Befunde der Patienten sind immer dort, wo wir arbeiten. Jetzt haben wir direkt am Patientenbett die Möglichkeit, dem Patienten die Aufnahmen einer Computertomographie direkt am Tablet-PC zu zeigen und gemeinsam mit ihm zu besprechen.“

SAP Electronic Medical Record stellt die Daten in einem übersichtlichen und gut lesbaren Format bereit, das den klinischen Ablauf unterstützt. „Unsere Vision ist es, dass wir unsere Arbeitsprozesse über den ganzen Tag hinweg optimieren können – angefangen bei der Frühbesprechung, in der Patientenbefunde ausgetauscht werden, über die Röntgenbesprechung bis hin zur Visite“, fährt Professor Brandt fort. Dies werde nicht nur den  Ärzten die Arbeit erleichtern, sondern darüber hinaus die Liegezeiten der Patienten verkürzen. „Das Schöne daran ist, dass man diese App leicht bedienen kann – ohne, dass man weitere IT-Kenntnisse braucht.“

Doch auch die IT-Mannschaft zeigt sich mehr als zufrieden: „Was wir bisher noch in keinem IT-Projekt erlebt haben, ist die Begeisterung der Ärzte und die Freude darauf, ein neues System bald nutzen zu dürfen“, berichtet IT-Leiter Hagen Hupperts. Wir planen, jeden Arzt mit einem iPad auszustatten und ihm über SAP EMR seine persönliche Kopie der digitalen Patientenakte zur Verfügung zu stellen.“

Technisch geschieht folgendes: Die Patientendaten werden aus SAP- und Drittsystemen extrahiert und an das Mobilgerät gesendet. Die Informationen sind nur dann verfügbar, wenn eine entsprechende WLAN-Anbindung mit dem klinikeigenen Funknetz besteht. Bei Verlust des mobilen Geräts besteht somit keine Gefahr, dass Daten in falsche Hände gelangen. Denn zum einem ist auf dem Endgerät keine Datenspeicherung möglich. Zum anderen ist der Cache-Speicher verschlüsselt und wird sofort nach dem Verlassen gelöscht.

Mobile Patientenpflege

Der Druck auf Ärzte und Pflegekräfte hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Effizienz in der Patientenpflege steigt zunehmend. Die App „SAP Electronic Medical Record“ bietet dem Pflegepersonal direkt am Patientenbett Zugriff auf relevante Patientendaten und ermöglicht die Zusammenarbeit mit anderen Ärzten und Pflegekräften. Über die App können aktuelle Vitalparameter, Laborbefunde, Bilder, Kontaktdaten, Diagnosen, Prozeduren und Probleme abgerufen werden. Der direkte Zugriff auf Patientendaten und -bilder ermöglicht Ärzten und Pflegekräften eine bessere Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit mit Kollegen sowie eine bessere klinische Versorgung insgesamt.

„Dank SAP Electronic Medical Record haben wir zuverlässigen Zugriff auf Patientendaten in Echtzeit“, berichtet Hagen Hupperts, IT-Projektmanager, Charité. „Den Ärzten erleichtert es die Arbeit und für die Patienten verkürzt sich die Wartezeit. Die App stellt die Daten in einem übersichtlichen und gut lesbaren Format bereit, das unseren klinischen Ablauf unterstützt. Wir extrahieren die Daten aus SAP- und Drittsystemen und senden sie an das Mobilgerät.“
 
Bildquelle: © Siegfried-Baier/pixelio.de

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