14.07.2017 Longreads für das Wochenende

Der Zorn des Achill auf Konzerne

Von: Ingo Steinhaus

Wenn ein behäbiger Konzern ein kreatives Startup schluckt, werden plötzlich Anzüge wichtig.

  • Konzerne sind out, Startups sind in? Nach der Ansicht von Startup-Gründer Jasper Chou brauchen wir trotz aller Unterschiede beide Organisationsformen in der Wirtschaft.
  • James Olden, Gründer der kleinen Unternehmensberatung Market Gravity kennt beides, denn sein Unternehmen wurde von der großen Unternehmensberatung Deloitte gekauft. Der Beratungskonzern erhofft sich dadurch mehr Kreativität, aber erst mal geht es um Anzüge.
  • Atmosphärische Fragen führen in Großunternehmen oft zur Abwanderung von Mitarbeitern. Merke: Wer wirklich gut ist, findet schnell einen neuen Job. Deshalb ist er auch schnell weg, wenn ihm etwas nicht passt. Steve blank schildert so einen Fall.
  • Unsere Kinder werden unwiderruflich strunzdumm, sobald sie einen Bildschirm anschauen. Mit dieser schlichten Nachricht spricht Manfred Spitzer Millionen besorgten Lehrern und Eltern aus dem Herzen. Die machen für 370 Seiten gepflegten Grusel gerne mal ein paar Talerchen locker und Spitzer zum reichen Mann. Salon reagiert auf solche spitzeresken Thesen und stellt ein paar (ernsthafte) wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema zusammen.
  • Die Welt ist halt doch nicht so, wie es die großen Vereinfacher gerne hätten. Sie ist sogar viel komplizierter, als die Wissenschaft denkt.
  • Und nun? Mit welcher Strategie bewältigen wir unser Leben? Vergessen Sie's, meint der Informatiker Adam Elkus: Strategien sind bloß illusorische Abstraktionen, die retrospektiv die Ergebnisse des Durchwurschtelns erklären.
  • Solche Gewaltfantasien gehören übrigens bereits sehr lange zur menschlichen Gesellschaft. Die westliche Literatur beginnt mit Homer und bereits im ersten literarischen Werk unserer Kulturgeschichte geht es um Krieg und den Zorn des Achill.
  • Zum Schluss noch eine wenigstens leicht beruhigende Nachricht: MIT-Forschern ist es jetzt gelungen, die Entscheidungen neuronaler Netzwerke bis auf Neuronen-Ebene nachzuverfolgen. Damit sind KIs also keine Blackbox mehr.

Bildquelle: Thinkstock

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