01.09.2017 Longreads für das Wochenende

Die Aliens leben längst unter uns

Von: Ingo Steinhaus

Auch diese Woche wieder: Spektakuläres, sensationelles, universelles, utopisches und literarisches.

Ein Krake mit acht Armen

Jeder Arm eines solchen Oktopus hat ein eigenes Minigehirn und ist autonom

Eine beliebte Vorstellung in der Science-Fiction ist es, die menschliche Evolution weiter zu denken. Häufig kommen dabei entweder sehr durchgeistigte oder gleich vollkommen körperlose Wesen heraus. Die tatsächliche Evolution könnte etwas anders vor sich gehen: Wir verwandeln uns dank KI und Robotik in technisch-biologische Hybridwesen.

Es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass eine solche Vorstellung der menschlichen Evolution mehr als nur ein wenig damit zu tun hat, dass KI in erster Linie ein Ding von (weißen) Nerds und Bros ist. Doch da gibt es noch Gegenmeinungen.

Auch nicht besonders hilfreich: Sensationalismus, um Marketing in eigener Sache zu betreiben. (Lässt sich aber gut veralbern.)

Zurück zu etwas Praktischem: So werden fahrerlose Autos trainiert.

Wir verstehen Technologie nicht immer korrekt, meint der Undercover-Ökonom Tim Haford. In Scifi-Literatur und -Filmen sind es immer die großen, spektakulären Erfindungen, die den größten Effekt haben. Ein Ding wie das iPhone ist dort nicht vorhergesehen worden. (Aber: Ernst Jünger hat bereits Ende der 1940er Jahre für seinen utopischen Roman Heliopolis das Phonophor erfunden, ein kleines tragbares Gerät, das an moderne Smartphones erinnert.)

Flat-Earth-Trolle bitte ab hier nicht mehr weiterlesen: Unser Verständnis vom Aufbau des Universums stößt an Grenzen. Dabei handelt es sich aber definitiv nicht um die Eisberge der Antarktis.

Wissenschaftler suchen schon seit Jahrzehnten nach Zeichen intelligenten außerirdischen Lebens und zwar mit Hilfe von großen Radioantennen, die große Wellenbereiche durchsuchen. Hin und wieder gibt es seltsame Ereignisse, deren Ursprung bisher nicht erklärbar ist, beispielsweise 15 recht fix aufeinander folgende "Fast Radio Bursts" aus einer drei Milliarden Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie.

Einen weiteres astronomisches Rätsel ist Tabbys Stern. Er zeigt ein seltsames Verdunkelungsmuster, das vielleicht auf eine künstliche Megastruktur zurückgeht. Doch es gibt auch andere plausible Erklärungen. Das Verdunkelungsmuster könnte darauf zurückzuführen sein, dass das Planetensystem gerade untergeht, es könnte aber auch durch einen sehr großen Ringplaneten erzeugt werden. Die Longread-Kolumne bleibt dran.

Bei dieser Gelegenheit: Wenn es um fremdartige Lebewesen geht, müssen wir nicht unbedingt in die Ferne des Weltalls ziehen, das Meer reicht eigentlich schon aus. Denn ein Oktopus ist schon ganz schön alienesk mit seinen acht Gehirnen in den Armen.

Bildquelle: Thinkstock

©2017 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH