In den Diskussionen um den sicheren Umgang mit Daten, die ja – wie nun aus erster Hand zu erfahren war – eben nicht sicher sind, treffen derart verschiedene Argumentationsstränge aufeinander, dass eine sachliche Gesamtbetrachtung äußerst schwerfällt.
Beispiel „Deutsche Cloud“: Gerade hierzulande ist alleine schon der Begriff schneller negativ besetzt, als man klicken kann. Da ist von Abschottung und Provinzialismus die Rede, von staatlichen Eingriffen, von Entdemokratisierung des Internets und Marktbeherrschung durch ein oder maximal zwei Unternehmen.
Na und?
Einmal außer Acht gelassen, dass ein Vorhaben „Deutsche Cloud“ technisch schwer bis gar nicht umzusetzen wäre (wer liefert dann die Router und Switches), ist es doch legitim, den unerträglichen Status quo zumindest einmal infragezustellen. Denn derzeit sind es auch nur ganz wenige US-Konzerne, die den Internetmarkt beherrschen und selbst Daten von Nutzern aus dem Ausland an ihre staatlichen Stellen weiterleiten (müssen). Die Marktmacht dieser Konzerne reicht sogar soweit, dass es seit längerem Berater gibt, die der Industrie und den Medien gegen Geld einflüstern, wie sie im Internet zu schreiben haben, um in Suchmaschinen oben gelistet zu werden. Demokratisch und offen ist auch das nicht wirklich.
Das eigentlich Schlimme jedoch ist die Resignation. Viele Menschen und auch Unternehmen kritisieren zwar den derzeitigen Zustand, fügen sich jedoch in ihr Schicksal. Tenor: Da muss man halt mitmachen und kann selbst wenig tun. Vor diesem Hintergrund ist allein das Aufkommen des Begriffes „Deutsche Cloud“ die Gelegenheit, eine Diskussionsgrundlage für mögliche Veränderungen zu schaffen.
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