Schemazeichnung eines Crossbar-Speichers
Plattenspeicher ist immer noch State of the Art bei der Massenspeicherung von Daten. Der etwas altertümlich klingende Name zeigt es schon: Das Konzept stammt aus den Zeiten der Mainframe-Dinosaurier. Inzwischen sind ultraschnelle Festplatten mit zwei Terabyte Speicherkapazität der Marktstandard.
Doch diese Highend-Geräte sind immer noch mechanische Geräte für die magnetische Speicherung. Es muss immer etwas bewegt werden, damit die Daten den Weg in den Computer finden. Eine völlig andere Zukunftstechnologie ist “Resistive RAM (RRAM)”. Dabei handelt es sich um einen Hochgeschwindigkeitsspeicher mit großer Datendichte - bisher eher Theorie aus dem Labor als Praxis für den Alltag.
Das hat sich vor ein paar Tagen geändert, denn das Startup Crossbar von Ex-AMD-Flashspeicher-Experte George Minassian hat den Stealth-Mode verlassen und präsentiert: Kommerziell nutzbare RRAM-Chips. Sie sollen eine ähnliche Schreibgeschwindigkeit wie Standard-RAM haben und mit nur fünf Prozent Leistungsaufnahme im Vergleich zu herkömmlichen Flash-Speichern auskommen.
Außerdem ist die Speicherdichte recht hoch, so dass auf der Fläche einer Briefmarke ein Terabyte gespeichert werden kann. Wenn die Module gestapelt werden, werden gigantische Speicherkapazitäten in recht kleinen Dimensionen erreicht. Zu allem Überfluss ist die Lebensdauer der RRAM-Speicher zehn Mal höher als bei herkömmlichen Flashspeichermodulen.
Bisher gibt es lediglich Muster für die kommerzielle Verwertung, aber noch kein marktgängiges Produkt. Sollte tatsächlich eine Massenfertigung zu attraktiven Endpreisen möglich sein, dürfte sich der Markt für Mobilgeräte verändern und die Zeiten teurer, begrenzter und langsamer Massenspeicher zu Ende sein.
Bildquelle: Crossbar