Der Makerbot Replicator 2
3D-Drucker sind keine brandneue Technik, doch Hersteller wie Makerbot oder Ultimaker haben sie popularisiert - zum Beispiel durch einen Gerätenamen wie “Replicator”, der die Erinnerungen von SciFi-Fans abruft. Und eine aufsteigende, aber noch nicht im Alltag angekommene Technologie lässt sich am besten mit schönen Geschichten vermarkten.
Die Sache mit der Robothand ist das eine, das ganz Andere der 3D-Technologie sind Waffen. Ein funktionsfähiges Modell trägt den unverfroren zynisch klingenden Namen Liberator. Interessant ist, dass in den USA viele Leute sofort auf die Idee kommen, Waffen mit dieser Technologie herzustellen. Das sind deutliche Marker für die kulturellen Unterschiede zwischen den Kontinenten beiderseits des Atlantiks.
Doch es ist natürlich auch möglich, ein paar Steine für Kinder zu drucken oder gleich eine ganze Spielewelt zu befreien. Nicht ohne Grund hatte die Maker-Bewegung - wie “Do It Yourself” (DIY) - ihren Anfang in den USA und nicht in Europa: Die Ideen “Selber machen” und “Last Frontier” sind verwandt und sogar Waffen wirken da auf einmal nicht mehr ganz so irreal durchgeknallt.
Die eigentliche Stärke des DIY-Prinzips zeigt sich in seiner Offenheit für Ideen, die auf den ersten Blick leicht sonderbar wirken. So gibt es sicher Leute, die diese mild ironische Anleitung für eine Iron-Man-Erstaustattung einfach nachbauen. Doch selbst gigantische Konzerne wie General Electric sind unter die Maker gegangen.
Loslegen und Machen sind wichtige Werte, wie ein Ausflug in die Geschichte zeigt: Er beginnt in den 1960er Jahren bei einem Computer aus Haushaltsgegenständen und führt rasch zu einem weniger beachteten Zweig der Raumfahrttechnik. Anschließend noch ein kurzer Abstecher zur Monotype Library und schon sind wir bei Aufstieg, Fall und Wiedergeburt der Kompaktkamera.
Letzteres, also die Phoenix/Asche-Nummer, ist dem Hypertext übrigens nicht gelungen. Und auch eine ganze Reihe von beruflichen Fähigkeiten sind nicht mehr gefragt. Dies zeigt, dass der Wandel innerhalb der Informationstechnologie noch schneller geschieht als außerhalb. Denn die Kohle ist immer noch da.
Bildquelle: Makerbot