Wenn man Glück hat, bekommt man einen Kaffee. Wenn man Pech hat, bekommt man Befehle angezeigt: Durchflussfehler beheben, Brüheinheit reinigen, Schläuche reinigen, Tropfschale leeren, Kalk-Tablette einlegen, Bohnen und Wasser nachfüllen. Das Wissen der Kaffeemaschine um ihr eigenes Wohlbefinden kennt etliche vorprogrammierte Wehwehchen. Sie ist der Star im Büro. Ihren Aufforderungen müssen alle dürstenden Nutzer Folge leisten. Sonst fließt kein Kaffee. Ich füge mich, Montag morgen, Koffein ist nötig.
Wenn man Glück hat, bekommt man einen Bon. Wenn man Pech hat, geht die Sirene los. Das will niemand, denn das nervt den ganzen Supermarkt und man verliert Zeit. Also haben wir gelernt, uns zu fügen und legen brav das Leergut genau so ein, wie die Maschine es will: nicht zu schnell, nicht zu langsam, nicht den Deckel zuerst, nicht das Etikett nach unten. Trotzdem ist die Maschine nicht immer einverstanden und kann je nach Tagesform Flaschen ablehnen. Einfach so. Dass muss man nicht verstehen – schnell den Bon mitnehmen, weitergehen. Ich füge mich, die eine Flasche ist auch egal.
Wenn man Glück hat, sind die Batterien leer. Dann schweigt der Bär. Wenn man Pech hat, sind sie voll. Dann singt der lustige Teddy Lieder, wenn man sein Fuß drückt; quasselt, wenn man seinen Bauch drückt; kichert, wenn man sein Ohr drückt. Wenn man seine Hand schüttelt, sagt er die nächsten Feiertage auf – fehlerfrei. Das kuschelige Biest aus dem Kinderzimmer verlangt sogar: „Speicher deinen Geburtstag“ „Lade neue Lieder“ „Verbinde mich mit dem Internet“
Niemals! Kaffeemaschine, Leergutmaschine, Teddy-Bär-Maschine: Merkt es Euch: Ihr! Dürft! Niemals! Ins! Internet!
Wären diese alltäglichen Alptraum-Maschinen und ihre smarten Freunde (Kennt jemand einen Drucker?) mit dem Internet verbunden, wären sie noch schlauer, noch anspruchsvoller, noch zickiger. Dass sie dann ständig Updates verlangen, wird noch das kleinste Problem werden. Nein, sie finden im Internet der Dinge noch 1.000 Bedienfehler zusätzlich, relaxen im ferngesteuerten Wartungsmodus, wenn ich Koffein brauche, berichten der Krankenkasse über mein Kaffeeproblem, verschwören sich mit anderen Maschinen gegen meinen Einkauf, analysieren mein Leergut und werben für neue Wassersorten, klugscheißen im Kinderzimmer über das aktuelle Weltgeschehen ... Nein danke.
Vor allem: Sie würden irgendwann erkennen und verhindern, dass ich gerade wiedermal ihre Stecker ziehe.
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