Mobil-OS CyanogenMod

Die neue dritte Macht

Die Android-Variante CyanogenMod ist eher ein Bastelsystem für Techniker. Mit sieben Millionen Dollar soll jetzt der Markt der reinen Anwender erobert werden.

Auch auf einem Nexus 10 verfügbar: Cyanogenmod

Der Markt für Mobilbetriebssysteme bleibt in Bewegung, ein neu gegründetes Unternehmen möchte die dritte Macht in diesem Bereich werden. Es hat zumindest gleiche Chancen wie andere Neulinge: Cyanogen Inc. will das bisherige CyanogenMod zu einem vermarktbaren Betriebssystem aufrüsten.

CyanogenMod ist eine Android-Variante, die als Alternativ-Firmware für viele bekannte Smartphones angeboten wird. Sie ist gegenüber dem Standard-Android etwas verändert und besitzt einige exklusive Funktionen und Apps. Etwa acht Millionen Anwender nutzen dieses System, in erster Linie technisch versierte Leute aus dem IT-Umfeld.

Denn CyanogenMod ist nicht so einfach auf einem Smartphone zu installieren, wie das vom Desktop-PC bekannt ist. Das Smartphone muss dazu zunächst “gerootet” werden. Dadurch erhält der Nutzer Zugriff auf interne Systemfunktionen und kann erst dann die genutzte Android-Version austauschen.

Entwickelt wird das System von einem Team rund um Steve Kondik. Durch den Erfolg der ersten Versionen von CyanogenMod hat sich relativ schnell eine große Fangemeinde und eine Gruppe an Entwicklern gebildet, die das System in ihrer Freizeit weiter entwickeln und verbessern. Es gibt inzwischen für zahlreiche aktuelle Android-Geräte eine CyanogenMod-Version.

Der Schritt, das System zu einem vollen Mobilbetriebssystem auszubauen und die Entwicklung zu professionalisieren, wirkt anhand des bisherigen Erfolgs logisch. Bereits Ende 2012 hat Steve Kondik die Cyanogen Inc. gegründet und die Risikokapitalgeber Benchmark Capital und Redpoint Ventures als Investoren gewinnen können. Die Mitgift: Sieben Millionen US-Dollar.

Erster Schritt ist ein möglichst einfacher One-Click-Installer, der im Google Play Store heruntergeladen werden soll. Er würde den bisher größten Nachteil des Systems beheben: Die Installation ist von Laien auf den meisten Geräten nicht so leicht zu bewältigen. Mit etwas mehr Benutzerfreundlichkeit dürfte sich die Zahl der Anwender deutlich steigern lassen.

Ein Geschäft ist das zukünftige Mobil-OS damit aber noch nicht. CyanogenMod soll auf absehbare Zeit kostenlos bleiben. Das Unternehmen arbeitet aber nach eigener Auskunft bereits mit einem nicht näher genannten Hardware-Hersteller zusammen.

Bildquelle: cyanogenmod.com

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