Nokia Lumia 1020 im Test

Die Smartphone-Kamera

Das Lumia 1020 ist ein vollwertiges Windows-Smartphone mit einer 
41 Megapixel starken Kamera. Besonders einige Details überzeugten in unserem Test.

  • Das Weiß des Testgerätes passen die schwarz abgesetzten Knöpfe und die schwarzen Rahmen der Anschlüsse. Das gelbe Cover ermöglicht kabelloses Aufladen.

  • Serienbildfunktionen der „Smart Camera“ erlauben es unter anderem, einen Bewegungsablauf in einem einzigen Bild einzufangen.

  • Gefühlt muss das Lumia 1020 zur Verarbeitung der Fotos ein wenig zu lange rechnen, aber 41 Megapixel sind schließlich eine Hausnummer.

Die Verarbeitung des Lumia 1020 ist hervorragend, Spaltmaßfetischisten haben ihre Freude. Das Weiß des Testgerätes wirkt durch die schwarz abgesetzten Knöpfe und die schwarzen Rahmen der Anschlüsse edel. Zudem passen diese schwarzen Akzente zum schwarzen Rahmen des Bildschirms und den darin integrierten, stets dezent weiß beleuchteten drei Steuerungstasten. Wer es bunter wagt, nutzt das gelbe Cover, welches kabelloses Aufladen ermöglicht.

Etwas kantig liegt Nokias Vorzeigeprojekt in der Hand, was nicht jedem gefällt. Weniger stört die massive Linse auf der Rückseite, die erstaunlich flach und formschön eingearbeitet ist, es ist mehr der durch sie zu hohe Schwerpunkt des insgesamt 160 Gramm leichten Gerätes, der die Balance in der Hand wackelig werden lässt. Der 4,5 Zoll große AMOLED-Bildschirm ist brilliant und einer der wenigen, die im Sonnenlicht noch etwas hermachen, auch wenn leider kein Full-HD zur Verfügung steht. An das Umgebungslicht passt sich die Helligkeit stets angenehm und im Vergleich zur iOS- oder Android-Konkurrenz wirklich spürbar an. Die knackige Schärfe des Bildschirms präsentiert die schöne Schrift und das klare Design des Windows-Systems herrlich trennscharf.

Positive Kleinigkeiten

Das Design von Windows mag Geschmackssache sein. Uns gefällt die aufgeräumte, angenehm reduzierte Oberfläche des Systems, das auf adäquater Hardware, wie sie das Lumia 1020 mit seinem „Qualcomm Snapdragon S4 Dual-Core 1,5 GHz“-Prozessor bietet, geschmeidig läuft.

Zudem sind es an vielen Stellen Kleinigkeiten, die bei Microsofts mobilem System positiv überraschen. Warum soll in der obersten Leiste eigentlich stets Batterie, Netzempfang, WLAN, eingegangene Mails und vieles mehr angezeigt werden? Windows Phone begnügt sich mit der Uhrzeit, alle weiteren Symbole gleiten nur dann sanft in die Leiste, wenn der Nutzer mit dem Finger darüber streicht. Irgendwie befreiend. Sanft verschwinden die Symbole wieder.

Apropos Uhrzeit: Wie oft ziehen Menschen ihr Smartphone aus der Tasche und drücken Knöpfe, nur um die Zeit abzulesen? Viel zu oft! Und meist verursachen dann die ebenfalls erscheinenden, entgangenen Benachrichtigungen und sozialen Interaktionen unhöfliche Ablenkung, manchmal sogar Stress. Das Lumia 1020 zeigt immer dann, wenn der Besitzer es bewegt, die aktuelle Zeit an. Ohne Knopfdruck. Nur die Zeit. Toll.

Hervorzuheben sind die Zusatzdienste von Nokia, die den Wert eines Lumia-Gerätes steigern. Das sind u.a. der „Music“-Dienst oder der Navigations- und Kartendienst „Here“. Erneut überzeugen Details wie liebevoll zusammengestellte Playlisten.

Die Integration der Microsoft-Office-Apps ist gerade für den Businessnutzer ein zentrales Kaufargument. Zu Recht, denn wer auf die Arbeit mit Office angewiesen ist, der wird am mobilen Windows seine Freude haben. Die Arbeit mit Tabellen, Präsentationen und Texten funktioniert problemlos, dieser Text wurde auf dem Lumia geschrieben. Alles andere wäre auch peinlich für den verantwortlichen OS-Hersteller Microsoft.

Starke Kamera

Kommen wir zur Kamera, die schließlich diese Lumia zu einem speziellen in der Nokia-Produktfamilie macht. Der 41-Megapixel-Sensor ermöglicht Fotos mit bis zu 38 Megapixel Auflösung. In der Tat schießt das Gerät klasse Fotos. Gefühlt muss es allerdings zur Verarbeitung der Bilder ein wenig zu lange rechnen, aber 41 Megapixel sind schließlich eine Hausnummer. Farben und Belichtung der Fotos werden für unseren Geschmack ein wenig übertrieben hochgezogen. Das ist aber alles Einstellungssache, wie sich auch der Nutzer nicht über die automatisch in den verknüpften Skydrive-Account hochgeladenen Fotos wundern darf: Per Grundeinstellungen wird eine verkleinerte Variante hochgeladen. Zahlreiche weitere Werkzeuge (eine kompaktere Bündelung der Möglichkeiten in einer Kamera-App wäre wünschenswert) stehen zur Bearbeitung der Bilder bereit. Das alles macht Spaß, auch wenn sich nach einigen Tagen des häufigen Fotografierens ein gewisser Sättigungseffekt einstellt. 

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